Standort
Bronzegefäße des Typs gu kennen wir aus der chinesischen Archäologie als Beigabe in Gräbern der Elite der Shang (Yīn)-Dynastie (1600–1046 v. u. Z.). Es handelt sich hierbei um ein Weingefäß, das vor allem bei zeremoniellen Anlässen benützt wurde. Wie viele der antiken Gefäßformen wurde auch dieser Typ über Jahrtausende beibehalten, kopiert, variiert und in unterschiedlichen Materialien reproduziert. Die Funktion änderte sich jedoch im Laufe der Zeit. Aus einem Gefäß für den rituellen Gebrauch wurde ein Dekorgegenstand oder eine Vase. Das schlanke, hohe Gefäß (Inv.-Nr. 34669) mit rundem Fuß und eckiger Öffnung, weist noch im Fußbereich das typische frühe Abwehrmotiv des taotie (sinojap. tōtetsu), eines mythologischen Untiers auf. Den oberen Bereich ziert ein Zikadenmuster. Bei dem kleineren Gefäß handelt es sich um eine moderne, wahrscheinlich japanische Form, die ebenfalls einen runden Fuß aufweist, deren eckige Öffnung aber gelappt ist und an eine vierblättrige Blüte erinnert. Das taotie-Motiv (sinojap. tōtetsu) ist kaum erkennbar, dafür zeigt der Fuß das Wellenmotiv und der Körper ist geometrisch mit dem Donner-Dekor gestaltet. (BZ)
Object data
34669
Heinrich von Siebold (1852 St. Martin/Boppard - 1908 Schloss Freudenstein/Bozen) - GND
Bronze