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Insulares Südostasien

Die Sammlung Insulares Südostasien umfasst Exponate aus den Inselgruppen Nikobaren und Andamanen, aus den Staaten Malaysia, Brunei, Singapur, Indonesien, Timor Leste und den Philippinen.

Ein kunstvoll geschnitzter, sitzender Löwen-Dämon mit ausgeprägten Details und ornamentalem Gefieder. Der Löwe hat einen majestätischen Ausdruck, mit weit aufgerissenen Augen und einer ausgezogenen Zunge. Die Skulptur zeigt reich verzierte Elemente und ist auf einer rechteckigen Basis platziert.

Über die Sammlung

Indonesien ist heute das größte muslimische Land der Welt; Malaysia und Brunei bezeichnen den Islam als die offizielle Staatsreligion, während die Mehrheit der Bevölkerung auf den Philippinen und in Timor Leste katholisch ist. Die Nikobaren und Andamanen gehören zum indischen Territorium und sind nur restriktiv zugänglich.

Der Raum Insulares Südostasien ist von zwei herausragenden historisch bedingten Merkmalen bestimmt: einerseits sind die Küstengegenden seit Jahrhunderten von „internationalen" Kontakten und deren Nachwirkungen geprägt, andererseits leben viele Ethnien abgeschieden im Landesinneren. Diese Kontraste gestalten den Raum besonders vielfältig und machen ihn nicht nur für Experten ausgesprochen reizvoll.

Forschungsprojekte der Sammlung

Publikationen

Getanzte Schöpfung
Ausstellungskatalog 2013 Getanzte Schöpfung
Getanzte Schöpfung
Ausstellungskatalog 2013 Getanzte Schöpfung

Kontakt

+43 1 534 30-5052
info@weltmuseumwien.at

Die Geschichte der Sammlung

Der Gesamtbestand der Sammlung Insulares Südostasien umfasst 2017 ca. 19.603 Objekte. Die zwei ältesten Objekte stammen aus der Kunstkammer Kaiser Rudolfs II. (1607-1611): eine wayang-klitik-Figur (Holzpuppe) und ein Kris (Dolch). Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wächst der Bestand kontinuierlich bis in die jüngste Zeit.

Viele Objekte stammen von Sammlern aus Militärkreisen des 19. Jahrhunderts, z.B. von Militärärzten oder Offizieren. Bereits damals bestand der Anspruch, eine Kultur systematisch zu dokumentieren, das heißt eine „zusammenhängende" Sammlung aus verschiedenen Bereichen des Alltags und des religiösen Lebens aufzubauen. Dies gelang unter anderen Dr. Frantisek Czurda, einem böhmischen Arzt, der von 1876-1886 im Dienst der niederländischen Krone im damaligen Niederländisch Ost-Indien, dem heutigen Indonesien, als Militärarzt tätig war. Im Laufe seiner Amtszeit wurde er mehrmals versetzt und konnte so einige der Inseln Indonesiens (Sumatra, Java, Sulawesi) bereisen. Von den insgesamt 1100 Objekten der Indonesien-Sammlung des Dr. Czurda befinden sich ca. 850 im Weltmuseum Wien und ca. 250 Objekte im Náprstek Museum Prag. Die Sammlung, die in dem 1883 publizierten „Catalog einer etnographischen Privatsammlung“ von Dr. Czurda persönlich detailliert beschrieben wurde, gilt weltweit als eine der vollständigsten Sammlungen der Insel Celebes. Dieser Katalog ist einer der ersten ethnographischen Kataloge überhaupt.

Erwähnenswert ist auch die hervorragende Batak-Sammlung von Karl Maschmeyer (ca. 362 Objekte, 1900), der die Objekte nicht nur mit den einheimischen Bezeichnungen versah, sondern auch in der Batakschrift aufzeichnete. Eine Sammlung von Borneo stammt von Felix Isidor Baczes (ca. 383 Objekte, 1887), der dazu festhielt, „dass meine Sammlung nahezu alles enthält, was sich auf das Leben und Treiben der Dajaks in und außer dem Hause bezieht".

Abgesehen von den systematischen Sammlungen bekam das Museum eine Vielzahl von Ethnographica durch Expeditionen der k.u.k. Monarchie. Dazu gehören die Schiffsexpedition der „Aurora" und der „Novara" sowie des Rammkreuzers „Kaiserin Elisabeth", mit dem der österreichische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este 1892/1893 eine Weltreise unternahm. Auf dieser Weltreise bekam der Thronfolger bei seinem Aufenthalt in Ambon, Molukken, eine ausgezeichnete Sammlung (ca. 800 Objekte) vom holländischen Residenten, Baron Van Hoëvell (1848-1920) geschenkt. Zu dieser Kategorie gehören auch die Sammlungen von zwei Österreicherinnen, Linda Bandara-Hofland (ca. 170 Objekte, 1962) und Helene Potjewijd (ca. 710 Objekte, 1946). Sie waren Indonesien-Liebhaberinnen und bereicherten das Museum mit vorzüglichen, schön ausgewählten Objekten. Linda Bandara-Hofland, eine Musikkomponistin, hatte u.a. viele schöne alte Batik-Stoffe und Helene Potjewijd viele balinesische Kunstwerke gesammelt.

Die aktuelle Ankaufsstrategie zielt darauf ab, zeitgenössische Stücke zu den Themenschwerpunkten „Hochzeit", „China-Diaspora", „Batik" und „Spielzeuge" zu erwerben.

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