Körpertuch

Standort

Derzeit nicht ausgestellt.

Die Bezeichnung Naga ist der Sammelbegriff für eine Anzahl kulturell und linguistisch verwandter und zugleich höchst vielfältiger Stämme im Grenzgebiet zwischen Indien und Burma. Ein Großteil der Bevölkerung lebte bis vor nicht allzu langer Zeit in voneinander unabhängigen Dörfern von Landwirtschaft und Viehzucht. Als Kopfjäger von ihren Nachbarn gefürchtet und gemieden, entwickelten die Naga eine einzigartige Kultur. Von besonderer Bedeutung ist bis heute die Weberei. Deren hohe Qualität war in erster Linie nicht ästhetisch, sondern semantisch motiviert. Die Schultertücher der Männer erzählten nicht nur über die Welt im Allgemeinen, sondern auch über den sozialen Status ihrer Träger.
Nur dem König von Longkhai, einem Dorf an der Grenze von Indien und Burma, stand es zu, dieses Schultertuch bei besonderen Anlässen zu tragen. Nur in diesem Dorf konnte man die Botschaft der Webmuster lesen, die von den Härten des Lebens berichten: der schwarze Grundton steht für den Kampf um die Existenz; während das weiße Zickzackmuster noch Frieden symbolisiert, verweisen die gelben, aus Samenkörnern gebildeten Streifen daneben auf Hunger, die roten auf die Kopfjagd. Die runden Plättchen aus Metall schließlich erzählen von den ständigen Kämpfen zwischen den Dörfern der Naga.

Objektdaten

Inv. Nr.

126463

Sammlungsbereich

Süd-, SO-Asien, Himalaya

Objektbezeichnung

Schultertuch

Sammler/in

Christoph von Fürer-Haimendorf (1909 Wien - 1995 London) - GND

Datierung

20. Jhdt.

Material/Technik

Baumwolle, Messing, Pflanzensamen