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Standort

Derzeit nicht ausgestellt.

Für dieses Zitherinstrument von schlichter Bauweise wurde ein längliches Holzbrett ausgehöhlt und daraus ein schiffsförmiger Trog gefertigt, der in gestürzter Lage mit sechs Saiten bespannt ist, die an Bug und Heck jeweils über einen Sattel aus Bambus laufen. Sechs bewegliche Stege (kotoji) bilden das Zubehör. Bodenbrett gibt es hier keines, doch an der Unterseite des Hecks ist als Fußteil Bambus befestigt. Auf der Unterseite des Bugs wiederum finden sich in beiden Ecken Zapfenlöcher, in die man Bambus oder zylindrische Holzstücke einfügen und so „Drachenhände“ (ryūshu) genannte Füße befestigen konnte. Als sechssaitige Wölbbrettzither bildet die wagon das älteste Saiteninstrument Japans. Auch dieses Instrument stammt vermutlich davon ab, unterscheidet sich jedoch in Größe und Bauart stark von der heutzutage gebräuchlichen wagon. Ein historisches Beispiel für eine rokugenkin ohne Bodenbrett finden wir in einer Zither mit der Bezeichnung taiheikin von 1834 im Besitz der Nabeshima Hōkōkai Foundation. Interessanterweise sind dem Instrument Fingerplektren (tsume) beigefügt, wie sie sonst zum Spielen der sō verwendet werden. Auf archäologischen Fundstätten ab der Yayoi-Periode hat man vielerorts brettförmige Instrumente ausgegraben, in denen Vorläufer der wagon zu erkennen sind, darunter auch solche ohne Bodenbrett. Möglicherweise reflektiert die Ausführung der vorliegenden rokugenkin das große Interesse an der Wiederbelebung antiker Musikinstrumente Ende der Edo-Periode. (KH)

Objektdaten

Inv. Nr.

34604

Sammlungsbereich

Ostasien

Sammler/in

Heinrich von Siebold (1852 St. Martin/Boppard - 1908 Schloss Freudenstein/Bozen) - GND

Geographie

Ostasien/Japan

Material/Technik

Holz