Mezzanin: Ein Dorf in den Bergen
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Vajrabhairava
Standort
Mezzanin: Ein Dorf in den Bergen
Der Yidam (= allgemeine Bezeichnung für tibetische Schutzgottheiten) Vajrabhairava (der Erschreckende mit dem Vajra) ist eine der komplexesten Gottheiten des lamaistischen Pantheons. Yamantaka repräsentiert die Diamantene Weisheit der höchsten Realität im Triumph über Übel, Leiden und Tod. Hier ist er mit neun Köpfen, vierunddreißig Armen und sechzehn Beinen dargestellt. In tanzender Haltung ist er mit seiner weiblichen Konsortin Vajravetali, die Diamantene Untote (vetali) vereinigt, was die glückselige Union von Mitgefühl und Weisheit symbolisiert.
Er ist eine zornvolle Manifestation des Bodhisattva Manjushri, des Bodhisattvas der Weisheit. Dessen Gesicht ist das zuoberst und friedvoll dargestellte. Um den Tod zu besiegen nimmt dieser mitleidsvolle Bodhisattva die büffelköpfige Gestalt des Yama, dem Herrn des Todes, an. Vajrabhairava wird auch als Yamathaka, des heißt „Bändiger des Yama“ verehrt. Der büffelköpfige Yama ist in Indien der Totengott.
Die vielen Köpfe, Arme und Beine zeigen die mannigfaltigen Facetten seiner unfaßbaren Erleuchtung und offenbaren eine wesentlich größere Macht als Yama. So wird er zum Überwinder des Todes.
Vajrabhairavas Zorn beruht seinem tiefsten Wesen nach auf Mitleid und vernichtet die Schwächen und karmischen Hindernisse, die den Menschen vom Endziel allen buddhistischen Tuns, dem Erreichen der Erleuchtung, abhalten.
In seinen Haupthänden hält er rechts das sichelförmige Kultmesser (karttraka) und links die blutgefüllte Schädelschale (raktakapala), als Sinnbild für die Vernichtung von Leidenschaft. Die anderen Hände halten verschiedenste Attribute wie Siegeszeichen, Waffen und Trophäen. Diese zeigen seinen siegreichen Kampf gegen alle Arten von Leidenschaften.
Seine Rückseite bedeckt die blutige Haut des gehäuteten Elefanten der Unwissenheit. Die Halskette aus abgetrennten Schädeln ist typisch für zornvolle Erscheinungen von Gottheiten und symbolisiert die Überwindung aller egoistischen Triebe. Eine schwach angedeutete Krone aus fünf Schädeln steht für „ Fünf Anhaftungen“ (Unwissenheit, Haß, Ich-Sucht, Leidenschaft und Neid) in die Fünf Weisheiten (universale Weisheit, spiegelgleiche Weisheit, Weisheit der Gleichheit aller Wesen, Weisheit der Unterscheidung und Alles vollendende Weisheit).
Das Paar tanzt auf fünf hinduistischen Göttern (Vishnu, Indra, Brahma, Upendra und Rudra) auf Menschen und Tieren. Dies zeigt sowohl seine Überlegenheit über alle Feinde der buddhistischen Lehre als auch seine Absicht, durch sein Wissen alle Lebewesen zur Erleuchtung zu führen.
Objektdaten
68189
Vajrabhairava
18. Jahrhundert
1901
Ton