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Dunkle Paarung

20. Mai 2021 bis 29. März 2022

Der postkoloniale Blick ist der Blick der Empathie und des Verstehenwollens; (...) der postkoloniale Blick erkennt und anerkennt hybride Kulturen und Identitäten. - Paul Michael Lützeler

Diese (An-)Erkennung des Hybriden sowie der Entwicklung kolonialer Kulturen und Geschichte thematisiert T. Lauw in ihrer fotografischen Arbeit Dunkle Paarung.  Durch das Verwenden exotischer Pflanzen, verworren in einem Netzgeflecht, wird das Herrschaftsstreben kolonialer Mächte gegenüber indigener Kulturen kritisch beleuchtet. Die Faszination des Exotischen hat eine lange Geschichte und entwickelte sich aus einem zutiefst hierarchischen Verständnis gegenüber dem „Fremden“ anderer Kontinente und Kulturen. Das Sammeln „exotischer“ Pflanzen gehörte zum Instrument von Kolonialisierungsprozessen und lässt sich selbst als Akt kultureller Aneignung deuten. So formuliert T. Lauw das Aneignen und Auferlegen des Kulturellen als eine prozessuale Entwicklung, deren Spuren und Erinnerungen bis heute und darüber hinaus Identitäten formen.

Durch die raumgreifende Installation der Arbeiten an der Außenfassade des Weltmuseum Wien bis hin zu den Innenräumen der Schausammlung „Ein österreichisches Mosaik Brasiliens“, „Im Schatten des Kolonialismus“, „Sammlerwahn. Ich leide an Museomanie”, „Fasziniert von Indonesien“ und „Südsee: Begegnungen mit dem verlorenen Paradies”, entsteht ein Dialog mit den Objekten, der die Besucher*innen anregt, sich mit der kolonialen Vergangenheit des Hauses auseinanderzusetzen.

Die künstlerische Präsentation ist Teil des Projekts TAKING CARE. Ethnographic and World Cultures Museums as spaces of care, das durch das Programm Kreatives Europa der Europäischen Union kofinanziert wird. In diesem Projekt erforschen 13 Partnermuseen die Verbindungen zwischen ethnographischen Sammlungen und Fragen zur Klimakrise und zum Anthropozän und thematisiert in diesem Zusammenhang die Nachwirkungen des Kolonialismus. So positioniert das Projekt ethnografische und Weltkulturen Museen als Orte, die diesen Problemstellungen partizipativ und kreativ begegnen.

Über die Künstlerin

Wie-yi T. Lauw (geb. 1983, Wien, Österreich) lebt und arbeitet in Berlin. Ihr Studium schloss sie an Kunsthochschule Berlin Weißensee im Jahr 2012 mit einem M.A. ab.

Die Arbeiten von Wie-yi T. Lauw sind poetische Zeugnisse einer persönlichen und dennoch allgemeingültigen Beschäftigung mit existentiellen Themen: Worin liegen die Anker der eigenen (multikulturellen) Geschichte? Welche Rolle haben Erinnerungen als identitätsstiftende Gebilde? Was bedeuten Begriffe wie Kulturelles Erbe und Identität im Zeitalter des Globalen und Digitalen?

Wie-yi T. Lauw stellt das Absolute und Eindeutige in Frage – zugunsten eines offenen und niemals abgeschlossenen Prozesses. Sie bricht und widerspricht mit konträren Materialien, zeigt die Ambivalenz der (Un)Sichtbarkeit und beraubt Dinge ihrer ursprünglichen Funktionen mittels Fotografie, Skulpturen und Installationen. So kreiert sie das Zeitliche und Veränderliche – das unablässige >>Werden<<  – zur einzigen Konstante ihrer Kunst.

Mehr Info zur Künstlerin finden Siehier.

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© Wie-yi T. Lauw

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Kontakt
Nina Auinger-Sutterlüty, MAS
Mag. Sarah Aistleitner
info.pr@weltmuseumwien.at
T +43 1 525 24 - 4021
oder +43 1 525 24 - 4025

 

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