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„… aus Afghanistan“

Eine Präsentation im Korridor des Staunens

Die Einnahme Kabuls durch die Taliban im August 2021 und die Bilder, die davon um die Welt gingen, fordern einen genaueren Blick auf Afghanistan und seine Menschen. Die Sammlungen des Weltmuseums Wien geben einen Einblick in das Leben, die Geschichte und die Kulturen Afghanistans. Das Weltmuseum Wien hat Männer und Frauen aus Afghanistan, die in Wien leben, eingeladen, Objekte auszuwählen und ihre Geschichten mit den Besucher*innen des Museums zu teilen. Objekte verschiedener ethnischer Gruppen sollen unser Bild von Afghanistan mit
vielfältigen, lebensbejahenden Eindrücken bereichern. So ist die Präsentation „… aus Afghanistan“ entstanden.

Afghan*innen präsentieren ihre Kultur

„… aus Afghanistan“ wirft Streiflichter auf Szenen des alltäglichen Lebens von Afghan*innen in deren ursprünglichen Heimat bis hin zum Leben von in Wien wohnenden Geflüchteten. Das Weltmuseum Wien will mit dieser Ausstellung ein anderes Bild zeigen, als es viele Medienberichte nach der Machtübernahme der Taliban am 15. August 2021 boten.

„… aus Afghanistan“ zeichnet besonders aus, dass die Präsentation nicht von Museumskurator*innen alleine gestaltet wurde. Vielmehr haben in Wien lebende Afghan*innen Objekte aus der Sammlung des Museums ausgewählt oder dem Museum eigene Objekte geliehen, die ihnen wichtig erschienen, um über das Leben in ihrer alten Heimat und in Wien zu berichten. Sie haben auch Texte zu verschiedenen Themen verfasst, die in der Präsentation zu lesen sind.

„… aus Afghanistan“ geht es nicht um die Taliban, nicht um die Flucht vieler Afghan*innen oder um schwer bewaffnete Kämpfer, die durch die Straßen Kabuls patrouillieren. Vielmehr sollen von Frauen angefertigte Keramiken oder geflochtene Körbe, Silberschmuck und farbenprächtige Kleider, Gebetstücher und Papierdrachen Einblicke in die Kultur jenseits des Kriegsgeschehens bieten.

„… aus Afghanistan“ präsentiert Szenen aus dem alltäglichen Leben vieler Ethnien. Der Bogen spannt sich von der Gastfreundschaft zum gemeinsamen Essen und Teetrinken, von der Weitergabe des Brautschmucks von der Mutter des Bräutigams zur neuen Schwiegertochter bis hin zum Drachensteigen, um nur einige Themen anzuführen.

„… aus Afghanistan“ wird ergänzt durch Fotografien von Brigitte Neubacher, Josef Polleross, Max Klimburg, Alfred Janata, Roger Senarclens de Grancy, Walter Kuschel und Georg Sarac. Von der Fotografin Aleksandra Pawlow porträtierte in Wien lebende Afghan*innen berichten über ihr Leben von Afghanistan bis Wien.

Afghanistan – historischer Hintergrund

In Afghanistan leben mehr als 50 Stämme. Ihr gemeinsamer Staat grenzt an sechs Länder, wobei die Grenzziehung über weite Strecken auf imperialistische Machtbestrebungen zurückgeht:
Die Einmischung ausländischer Akteure in innerafghanische Angelegenheiten prägte über mehr als hundert Jahre das Leben vor Ort. Zwischen 1838 und 1919 führte Großbritannien Kriege im Land. Ab 1979 intervenierte zehn Jahre lang die Sowjetunion, wobei die USA den islamistischen Gegnern der Kommunisten, den Mujahedin, umfangreich Waffen lieferte. In den Jahren 1992 bis 1994 tobte ein blutiger Bürgerkrieg. Von 1996 bis 2001 beherrschten die Taliban große Teile des Landes. Gegen sie und andere islamistische Gruppen führten die USA und deren Bündnispartner von 2001 bis 2021 einen blutigen Krieg. In all diesen Konflikten litt vor allem die Zivilbevölkerung Afghanistans: viele Menschen wurden getötet, Millionen mussten fliehen, vor allem in die Nachbarländer.

Statement des Weltmuseums Wien

Das Weltmuseum Wien widmet sich der Wertschätzung der Vielfalt des menschlichen Lebens. Das Kollegium des Museums ist daher solidarisch mit den Menschen in Afghanistan in ihrer Vielfalt. Die aktuelle Situation ist für uns schwer einschätzbar, aber Krieg und Konflikte führen zur Vertreibung von Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen müssen. Wir appellieren an die Länder der Welt, darunter auch Österreich, alle Maßnahmen zu ergreifen um den Geflüchteten mit Mitgefühl zu begegnen, sie aufzunehmen und zu unterstützen.

Das Weltmuseum Wien möchte als Treffpunkt von Angehörigen so genannter Ursprungsgesellschaften unserer Sammlungen und Museumsbesucher*innen einen Beitrag zur Darstellung und Verhandlung von gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Brennpunkten der Gesellschaft leisten. So sollen gemeinsame globale Herausforderungen einem breiten Publikum bewusstgemacht werden.

www.weltmuseumwien.at

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Pressetext

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Pressefotos

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Brigitte Neubacher
Afghanistan/Bamiyan 1993
© Brigitte Neubacher

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Alfred Janata
Afghanistan 1959
© Alfred Janata

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Brigitte Neubacher
Afghanistan 1994
© Brigitte Neubacher

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Josef Polloross
Afghanistan 1988
© Josef Polloros

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Josef Polloros
Afghanistan 1987-88
© Josef Polloros

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Roger Senarclens de Grancy
Afghanistan 1970
© Roger Senarclens de Grancy

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Josef Polloross
Afghanistan 1988
© Josef Polloros

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Hochzeitsgewänder
Leihgaben von Sohayla Yaqoubi und Leila Musavi
© KHM-Museumsverband

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Hochzeitskleid (Detail)
Leihgabe von Frau Sohayla Yaqoubi
© KHM-Museumsverband

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Hochzeitsgewänder
Leihgabe von Leila Musavi
© KHM-Museumsverband

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Hochzeitsgewand (Detail)
Leihgabe von Leila Musavi
© KHM-Museumsverband

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Hochzeitsgewand (Detail)
Leihgabe von Leila Musavi
© KHM-Museumsverband

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Halskette
Afghanistan/Pashtunen
© KHM-Museumsverband

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Händewaschensemble
Westafghanistan/Pashtunen
vor 1958
© KHM-Museumsverband

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Teekanne
Afghanistan/Jamshidi
© KHM-Museumsverband

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Krug
Afghanistan/Tadschiken
© KHM-Museumsverband

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Vogelkäfig
Afghanistan/Tadschiken
© KHM-Museumsverband

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Gebetstuch
Afghanistan/Hazara
© KHM-Museumsverband

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Halskette
Afghanistan/Pashtunen
© KHM-Museumsverband

Kontakt
Nina Auinger-Sutterlüty, MAS
Mag. Sarah Aistleitner
info.pr@weltmuseumwien.at
T +43 1 525 24 - 4021
oder +43 1 525 24 - 4025

 

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