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Nepal Art Now

Zeitgenössische Kunst Nepals

Das Weltmuseum Wien zeigt die bisher umfangreichste Ausstellung zu moderner und zeitgenössischer Kunst Nepals. In dieser ersten umfassenden Schau außerhalb des Landes werden ca. 130 Arbeiten – darunter Gemälde, Skulpturen, Videokunst und Installationen – von über 40 nepalesischen KünstlerInnen zu sehen sein. Die Ausstellung beginnt mit der Moderne in Nepal ab den 1950er Jahren und reicht bis in die Gegenwart. Die Hinwendung nepalesischer KünstlerInnen zu soziopolitischen Themen wird in Nepal Art Now ebenso behandelt wie Fragen zur Konstruktion kultureller Identitäten in einer globalisierten Welt.

Die Ausstellung umfasst ein breites Spektrum an künstlerischen Positionen und Ausdrucksformen. Die bildende Künstlerin Sheelasha Rajbhandari zeigt in Wien eine Installation, in der sie sich mit der Diskriminierung von Frauen in patriarchalen Gesellschaften beschäftigt. Ang Tsherin Sherpas Arbeiten nehmen Anleihen an tibetisch-buddhistischer Ikonografie. Der Künstler abstrahiert, fragmentiert und rekonstruiert traditionelle Darstellungsweisen und untersucht dabei Erfahrungen der Diaspora. Die Werke des Künstlers Hit Man Gurung entstehen in Reaktion auf einige der dringendsten sozio-politischen Themen Nepals, wie Arbeitsmigration, Bürgerkrieg, politische Korruption oder das verheerende Erdbeben 2015.

„Es ist mir ein besonderes Anliegen, dass im Weltmuseum Wien nicht ausschließlich historische Sammlungsbestände ausgestellt werden. Als lebendiges Museum sehen wir uns auch als Ort, an dem junge KünstlerInnen ihre Arbeiten präsentieren können. Nepal Art Now ist eine Einladung an die BesucherInnen zu einer Begegnung mit der Kreativität und Energie der zeitgenössischen nepalesischen Kunst. Die Werke, die wir zeigen, helfen nicht nur, die Rolle des Westens im internationalen Kontext neu zu bestimmen, sondern zeigen auch, wie sich das Lokale, das Nationale und das Globale durchdringen“, so Christian Schicklgruber, Direktor des Weltmuseum Wien. Neben bereits etablierten KünstlerInnen wie Lain Singh Bangdel, Laxman Shrestha, Ang Tsherin Sherpa, Ashmina Ranjit oder Hit Man Gurung sind auch zahlreiche Newcomer zu sehen. Manche nepalesische KünstlerInnen haben Akademien außerhalb ihres Landes besucht, andere wiederum sind weit gereist und haben sich viele neue künstlerische Praktiken aus den verschiedensten Teilen der Welt angeeignet. Daher kann es nicht überraschen, dass sich bestimmte Aspekte der zeitgenössischen Kunst Nepals internationalen Diskursen in diesem Bereich verdanken. Auch wenn die gezeigten Werke in der Kultur und den Traditionen Nepals verankert sind, schildern und behandeln sie allgemeine Fragen: Die dargestellten Themen reichen vom Erdbeben des Jahres 2015 bis zu Umweltzerstörung, politisch motivierter Gewalt, dem Verhältnis der Geschlechter, der Kommodifizierung religiöser Traditionen, dem Elend der Arbeitsmigration oder der Stellung der Frau in der Gesellschaft.

Die Arbeiten der in der Ausstellung präsentierten KünstlerInnen erzählen von der Entwicklung sowohl der Kunst als auch der Politik und Gesellschaft Nepals und werfen dabei auch ein Schlaglicht auf die kulturelle Landschaft eines Landes, das erst in den letzten sechzig bis siebzig Jahren seine Grenzen für die Welt öffnete. Seitdem hat Nepal enorme politische und gesellschaftliche Veränderungen erlebt, die wiederum seine Kunstszene beeinflusst haben. In der westlichen Welt ist Nepal vor allem als Hippie-Destination der 1960er und 70er Jahre und als begehrtes Ziel für BergsteigerInnen bekannt. Zuletzt war das Land 2015 auf Grund des schweren Erdbebens in Kathmandu in den Schlagzeilen. Weniger bekannt ist die pulsierende Kunstszene des Landes, die sich jetzt in der Ausstellung im Weltmuseum Wien präsentiert, wobei die nepalesische Hauptstadt Kathmandu sich mit seinem seit 2009 bestehenden International Art Festival (KIAF) und der Triennale 2017 bereits in die globale Kunstwelt eingeschrieben hat.

Die traditionellen religiösen Darstellungen aus Nepal, die das Publikum in Museen als Kunstwerke zu verstehen gewohnt sind, wurden von anonymen Meistern gefertigt. Zu reinen Kunstwerken wurden sie erst durch die museale Präsentation und ihre Integration in den globalen Kunstkanon, freigespielt aus ihrem ursprünglichen religiösen Kontext. Das allermeiste von dem, was gegenwärtig in Nepal an Kunst geschaffen wird, präsentiert sich jedoch gänzlich anders. In der Schau Nepal Art Now, bezieht sich der Begriff „zeitgenössische Kunst“ daher nicht auf ein Kunst­Genre, vielmehr ist er von einer rein zeitlichen Dimension geprägt. Es geht um das, was im letzten halben Jahrhundert entstanden ist. Die in enger Zusammenarbeit mit nepalesischen KünstlerInnen und KunsthistorikerInnen getroffene Auswahl der Bilder, Skulpturen und Installationen spiegelt gleichzeitig die Vielfältigkeit dessen wider, was an einem Tag geschaffen werden konnte. Der Bogen spannt sich dabei von rein abstrakten Arbeiten bis hin zu traditioneller, spirituell-religiöser Paubha-Malerei.

Mit den beiden Kunsthistorikerinnen Dina Bangdel (1963–2017) und Swosti Rajbhandari Kayastha entwickelten zwei Kuratorinnen aus Nepal gemeinsam mit Christian Schicklgruber die
Ausstellung. Zusätzlich erwartet das Publikum in einer der Sonderausstellungsgalerien im Mezzanin des Weltmuseum Wien eine von Claire Burkert kuratierte Präsentation mit Bildern von
Künstlerinnen im Stil der Maithil-Kultur aus dem Grenzgebiet zu Indien. Die Idee, moderne und zeitgenössische nepalesische Kunst im Weltmuseum Wien zu zeigen, entstand auf einer der Forschungsreisen von Christian Schicklgruber. Er ist seit 1995 als Kurator für die Sammlung Süd-, Südostasien und Himalayaländer am Weltmuseum Wien tätig.

Mehrere der beteiligten KünstlerInnen werden im Laufe der Ausstellungsdauer für Artist Talks im Weltmuseum Wien zu Gast sein. Die KünstlerInnengespräche starten am 12. April 2019 mit der Ashmina Ranjit. Kooperationspartner der Ausstellung ist das Nepal Art Council, ansässig in Kathmandu, wo die Ausstellung zuvor zu sehen war.

Der Katalog zur Ausstellung enthält Beiträge von Robert Beer, Sanjeev Maharjan, Sangeeta Thapa und den KuratorInnen. Der Katalogteil wurde zum größten Teil von den KünstlerInnen selbst verfasst. Beteiligte KünstlerInnen: Lain Singh Bangdel, Lok Chitrakar, Asha Dangol, Chandra Shyam Dangol, Pramila Giri, Hit Man Gurung, Koshal Hamal, Manish Harijan, Kabi Raj Lama, Mekh Limbu, Lachhiman Maharjan, Sanjeev Maharjan, Sunita Maharjan, Kiran Manandhar, Manuj Babu Mishra, Sheelasha Rajbhandari, Ashmina Ranjit, Ajit Kumar Sah, Seema Sharma Shah, Shashi Bikram Shah, Uma Shankar Shah, Anil Shahi, Rabindra Shakya, Rajan Shakya, Siddhi Muni Shakya, Surendra Man Shakya, Ang Tsherin Sherpa, Soshana, Gopal Kalapremi Shrestha, Laxman Shrestha, Samundra Man Singh Shrestha, Udaya Charan Shrestha, Sunil Sigdel, Birendra Pratap Singh, S. C. Suman, Erina Tamrakar, Mukti Singh Thapa, Ragini Upadhyay Grela sowie die Maithil Künstlerinnen aus Janakpur.

Ausstellungsarchitektur: Georg Schrom, Nikolay Hristov Ivanov

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Pressetext (pdf, 700 KB)
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Don’t Make Me Laugh
Anil Shahi
2012
© Sangeeta Thapa, Foto: Kailash K Shrestha

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Don’t Make Me Laugh (Ausschnitt)
Anil Shahi
2012
© Sangeeta Thapa, Foto: Kailash K Shrestha

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The Kali - Odalisque
Manish Harijan
2016
© Prithivi Bahadur Pande, Foto: Kailash K
Shrestha

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Marilyn - Kali
Manish Harijan
2017
© Gail Baker

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Mona Lisa and Manuj Babu
Manuj Babu Mishra
2006
© Prithivi Bahadur Pande, Foto: Kailash K
Shrestha

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Shambhala
Ang Tsherin Sherpa
2013
© Ang Tsherin Sherpa, Foto: Kevin Wright

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Fly High
Ang Tsherin Sherpa
2018
© Ang Tsherin Sherpa, Foto: Fotohollywood

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We are at War without Enemies
Hit Man Gurung
2016
© Prem Prabhat Gurung, Foto: ArTree Nepal

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Bodies V
Sanjeev Maharjan
2010
© Sanjeev Maharjan, Foto: Sanjeev Maharjan

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Untitled I
Laxman Shrestha
1980er
© Siddhartha SJB / Nilima Rana, Foto: Kailash K
Shrestha

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54 Views of Wisdom and Compassion
Ang Tsherin Sherpa
2013
© Ang Tsherin Sherpa, Foto: Dhruba Nyupane

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Peace Owners II
Sunil Sigdel
2016
© Yogeshwar Amatya, Foto: Sunil Sigdel

Kontakt
Nina Auinger-Sutterlüty, MAS
Mag. Sarah Aistleitner
info.pr@weltmuseumwien.at
T +43 1 525 24 - 4021
oder +43 1 525 24 - 4025

 

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