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Fotoausstellung „Now you see me Moria“ im Weltmuseum Wien

Zu sehen bis 14. September 2021 in der Säulenhalle

Das Weltmuseum Wien sieht es als seine Aufgabe, einen Beitrag zur Darstellung und Verhandlung von gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Brennpunkten der Gesellschaft zu liefern. Das Museum möchte ein Treffpunkt sein für aktive soziale, künstlerische und politische Akteur*innen, die auf gesellschaftliche Machtverhältnisse, soziale Ungleichheiten und globale Probleme aufmerksam machen und beim Publikum ein erhöhtes Bewusstsein für diese Themen schaffen.

Das Fotoprojekt „Now you see me Moria“ wurde von Amir, einem Afghanen, der im mittlerweile abgebrannten Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos lebte, und von Noemi, einer Bildredakteurin aus den Niederlanden, initiiert. Später schlossen sich Qutaeba aus Syrien sowie Ali und Mustafa aus Afghanistan dem Projekt an. Ihre vollen Namen werden nicht genannt, um ihre Identitäten zu schützen. Mit ihren Fotografien wollen die Geflüchteten das Leben in den Lagern auf Lesbos dokumentieren und so auf die zum Teil verheerende humanitäre Lage vor Ort aufmerksam machen.

Die Initiative entstand vor allem auch deshalb, weil Journalist*innen und Fotograf*innen der Zugang zum Lager Moria verwehrt wurde und auch NGO-Mitarbeiter*innen im Lager nicht fotografieren durften. Auch im Flüchtlingslager Kara Tepe, in das ein Großteil der Bewohner*innen des Lagers Moria nach dessen Vernichtung durch einen Brand im September 2020 übersiedelt wurde, gilt nach wie vor ein Zugangsverbot für Medienvertreter*innen, und somit dringt kaum Bildmaterial von den Zuständen in den Lagern nach außen.

Sichtbarkeit ist jedoch entscheidend wenn es gilt, die Lage zu verbessern. Deshalb entschlossen sich Amir, Qutaeba, Ali und Mustafa, ihre Situation selbst abzulichten und die Bilder auf dem Instagramkanal @now_you_see_me_moria sowie auf der Website https://nowyouseememoria.eu zu veröffentlichen. Dem Aufruf, die Bilder öffentlich zu präsentieren, ist auch das Weltmuseum Wien gefolgt und zeigt „Now you see me Moria“ noch bis 14. September 2021 bei freiem Eintritt in der Säulenhalle. Die Beschriftungen zu ihren Aufnahmen wurden von den Fotografen selbst verfasst.

https://www.weltmuseumwien.at/ausstellungen/now-you-see-me-moria/


Zur Flüchtlingssituation auf den griechischen Inseln

Die Verhältnisse in den völlig überfüllten Aufnahmezentren auf den griechischen Inseln sind besorgniserregend. Mehr als 19.000 Menschen leben derzeit in den fünf Aufnahme- und Identifikationszentren (RICs) auf den griechischen Inseln. Die Zentren waren ursprünglich für 5.400 Menschen konzipiert und waren Anfang 2020 zum Teil um das Zehnfache überfüllt.

Tausende Menschen müssen in Zelten leben, ohne ausreichenden Zugang zu sanitären Einrichtungen. Zusätzlich haben die Menschen oftmals keinen Zugang zu wichtigen Informationen über das Asylverfahren und laufen Gefahr, in unsichere Gegenden abgeschoben zu werden. Die Situation ist sehr belastend für Geflüchtete, Helfer*innen und Einheimische. Immer wieder gibt es in den Lagern Proteste von Menschen, die sich gegen die dortigen Bedingungen wehren möchten. Im September 2020 kam es auf der Insel Lesbos zu einem Brand, der das Aufnahmelager Moria zerstörte.

Auf Lesbos leben mehr als 7.400 Flüchtlinge im Notfalllager Kara Tepe (Stand Januar 2021). Das Lager wurde als Notunterkunft auf einem ehemaligen Militärgelände errichtet, um die Flüchtlinge und Migrant*innen zu versorgen, die beim Brand in Moria obdachlos geworden waren. Das Lager Moria war bis zu seiner Zerstörung im September 2020 das größte der fünf Aufnahmezentren auf den ägäischen Inseln. Das Zentrum auf der Insel Lesbos wurde ursprünglich für 2.500 Menschen gebaut, doch im Februar 2020 lebten dort 18.000 Menschen. Die Schutzsuchenden mussten täglich mehrere Stunden anstehen, um Lebensmittel und Wasser zu bekommen. Sanitäre Einrichtungen waren nicht ausreichend.

(Quelle: https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/hilfe-weltweit/griechenland)

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Nina Auinger-Sutterlüty, MAS
Mag. Sarah Aistleitner
info.pr@weltmuseumwien.at
T +43 1 525 24 - 4021
oder +43 1 525 24 - 4025

 

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