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Out of the Box. Bewegte Welten

12. April bis 18. September 2018

Out of the Box setzt bewegte Lebenswelten von in Wien lebenden Personen mit Museumsobjekten in Dialog. Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Geschichten kommentieren Objekte des Weltmuseums Wien aus ihrer Perspektive.

Objekte in ethnographischen Museen Europas haben eine Gemeinsamkeit: ihren sogenannten „Migrationshintergrund". Sie wurden von Kontinent zu Kontinent transportiert, aus ihrem kulturellen Kontext genommen und in einen neuen gesetzt. Jedes Objekt hat seine eigene Geschichte, die manchmal im Kleinen die verschiedenen Wege der Menschheitsgeschichte widerspiegelt.

Für Out of the Box lud das Weltmuseum Wien die Gruppe UrbanNomadMixes ein, über ihre eigene (Familien-) Geschichte anhand von Museumsobjekten nachzudenken. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wählten je ein Objekt aus, welches ihr kulturelles Gedächtnis prägte. Es dient als Ausgangspunkt, um die persönliche Geschichte zu reflektieren sowie Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu finden. Solche Erinnerungen wachzurufen kann Freude bereiten, aber auch Schmerz und Leid hervorrufen. Diese Diaspora-Dialoge drehen sich um Identität, um Zugehörigkeit, um Spiritualität, um Heimatlosigkeit sowie um Grenzen und deren Überschreitungen. Auch das Kuratorinnen- und Kuratorenteam der Ausstellung hat sich diesem persönlichen Zugang gestellt und einen Diaspora-Dialog beigetragen.

Die Frage nach Objektgeschichten stellt sich genauso für Museumskuratorinnen und Museumskuratoren. Wer hat das Objekt mitgebracht? Wer hat es warum verkauft, geschenkt und weggebracht oder sogar gewaltsam entwendet? Wo wurde das Objekt hergestellt und wie verlief seine Reise? In Out of the Box werden komplexe Objektgeschichten mit Lebensgeschichten von Menschen verbunden. Gleichzeitig wird die Frage gestellt, in welchen unterschiedlichen Kontexten die Objekte vor ihrem Transfer möglicherweise standen. Es geht darum, herauszufinden, wie diese Objekte heute gesehen werden und was Menschen in Wien dem Museum über diese Objekte mitteilen können.

Die Ausstellung Out of the Box findet im Rahmen des EU-geförderten Projekts SWICH – Sharing a World of Inclusion, Creativity and Heritage statt. In diesem Projekt behandeln zehn Partnermuseen gemeinsam die Frage, welche Rolle ethnographische Museen in einer von Migration und Globalisierung geprägten europäischen Gesellschaft spielen. Das Weltmuseum Wien fungiert bei SWICH als Lead Partner, im Rahmen von Konferenzen, Workshops, Residenzen und kooperativen Ausstellungsformaten arbeiten die Partnermuseen an neuen Strategien für eine zukunftsweisende Museumspraxis. Out of the Box entstand im Kontext des Themas „Connecting Diasporas of Objects and People”. Es geht darum zu ergründen, wo die Verbindungslinien zwischen Diasporas von Menschen und Objekten liegen. Die Positionierung von Diaspora-Gemeinschaften als selbstverständlicher Teil der europäischen Gesellschaft und die Einbindung ihrer Erzählungen in eine vielschichtige Geschichtsschreibung sind zentrale Anliegen. Durch das Aufnehmen dieser Diaspora-Perspektiven sollen dominante Narrative um die Fragestellung, was nationalstaatliche Zugehörigkeit sein kann, aufgebrochen werden. Schließlich erzählen die Objekte in ethnografischen und Weltkulturen-Museen genauso über die Gesellschaft und Geschichte Österreichs und Europas wie über jene Länder, in denen die Objekte hergestellt wurden.
 

Das Weltmuseum Wien hat in der Vergangenheit bereits verschiedene Projekte gestartet, um die Multiperspektivität eines Objekts zu erfragen. Beginnend unter anderem mit dem Projekt Was hast Du mitgebracht (2012), über Occupy the Museum (2013, Kooperation mit ImpulsTanz) und Sharing Stories (2014-2017, Kooperation mit Brunnenpassage, Tal Adler und Karin Schneider) bis zur aktuellen Ausstellung Out of the Box.

In all diesen Projekten teilen Kuratorinnen und Kuratoren die vermeintliche Deutungshoheit über Objekte, hören auf andere Stimmen, die über und von Objekten sprechen. Diese multiperspektivische Vorgehensweise macht deutlich, dass ein Objekt je nach Betrachtungsweise zahlreiche Geschichten transportiert.

Die Ausstellung ist eine Kooperation des Weltmuseums Wien mit UrbanNomadMixes, kuratiert von Camilo Antonio (Initiator UrbanNomadMixes) mit Jani Kuhnt-Saptodewo und Doris Prlić (beide Weltmuseum Wien).

Ausstellungsarchitektur: Gerhard Veigel, Ausstellungsgestaltung: Itai Margula
Fotografie: Aleksandra Pawloff
Videos: Marc Jarabe und Team

www.weltmuseumwien.at/ausstellungen/out-of-the-box/

www.swich-project.eu

 

UrbanNomadMixes:

Claudia Alanes Landa, Camilo Antonio, Billyshes, Antonina Boschitsch, Florian Boschitsch, Mae Cayir, Nael Elagabani, Kate Elamthuruthil, Pri Elamthuruthil, Fadi Haddad, Neda Hosseinyar, Megumi Ito, Marc Jarabe, Ramon Jarabe, Hao Jin, Jani Kuhnt-Saptodewo, Vera Lacková, Sabria Lagoun, Itai Margula, Stephanie Misa, Rafael Neira Wolf, Harold Otto, Aleksandra Pawloff, Doris Prlić, Franz Karl Prüller, Samira Rauter, Alina Şerban, Ruby Jana Sircar, Inez Wijngaarde, Nadja Zerunian

 

Kofinanziert durch das Programm Kreatives Europa der Europäischen Union

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Pressetext (pdf, 329 KB)
Pri Elamthuruthil im Depot des Weltmuseums Wien (jpg, 3 MB)

Foto: Aleksandra Pawloff ©KHM-Museumsverband

Harold Otto im Depot des Weltmuseums Wien (jpg, 290 KB)

Foto: Aleksandra Pawloff ©KHM-Museumsverband

Kate Elamthuruthil und Nael Elagabani im Depot des Weltmuseums Wien (jpg, 5 MB)

Foto: Aleksandra Pawloff ©KHM-Museumsverband

Kontakt
Nina Auinger-Sutterlüty, MAS
+43 1 525 24-4021
+43 664 605 14 4021

info.pr@khm.at

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