National Commission for Museums and Monuments Nigeria (NCMM)

Bereits seit 2002 besteht eine enge Kooperation zwischen der NCMM und dem Weltmuseum Wien. Gegenseitige fachliche Unterstützung, Wissenstransfer sowie die Aufgeschlossenheit zum Dialog bezüglich des geteilten kulturellen Erbes stehen dabei im Vordergrund. Der gemeinsam entwickelte Benin Dialogue thematisiert die Auswirkungen des Kolonialkrieges auf die Kulturschätze des Königreichs Benin.

Über das Projekt

Über das Projekt

Die National Commission for Museums and Monuments Nigeria (NCMM) ist langjähriger Kooperationspartner des Weltmuseums Wien (ehemals Museums für Völkerkunde). Begonnen hat diese Zusammenarbeit 2002 im Zuge der Vorbereitungen zur großen Sonderausstellung Benin – Könige und Rituale. Höfische Kunst aus Nigeria, die 2007 in Wien gezeigt wurde. 2010 unterzeichneten die beiden Institutionen ein Memorandum of Understanding, in dem die gegenseitige fachliche Unterstützung, der Wissenstransfer sowie die Aufgeschlossenheit zum Dialog bezüglich des geteilten kulturellen Erbes festgeschrieben wurden. Im Oktober 2010 konnte die gemeinschaftlich organisierte Ausstellung African Lace. Österreichische Stoffe für Nigeria in Wien eröffnet werden, die anschließend von Juni 2011 bis Jänner 2012 im National Museum Lagos und von Juni 2013 bis Januar 2014 im vorarlberg museum in Bregenz zu sehen war.

Im Rahmen der vereinbarten Kooperation konnten in Workshops und Konferenzen in Wien, Lagos sowie Benin City Arbeitsmethoden ausgetauscht, Expertisen im Bereich der Konservierung, Restaurierung und des Ausstellungsdesigns vermittelt sowie ein Diskussionsforum zum sensiblen Thema des geteilten kulturellen Erbes aufgebaut werden.

Laufzeit
seit 2002

Kontakt
Mag. Nadja Haumberger
nadja.haumberger@weltmuseumwien.at
+43 1 534 30-5103

Die Benin-Ausstellung

Die Benin-Ausstellung

Benin – Könige und Rituale. Höfische Kunst aus Nigeria  reiste von Wien zunächst in das Musée du Quai Branly (Paris) und wurde anschließend auch im Ethnologischen Museum Berlin und dem Art Institute of Chicago präsentiert. Mit über 300 Exponaten, davon 60 Werken aus den Beständen des Weltmuseums Wien, gab die Ausstellung einen Überblick über Kunst und Kultur des Königreiches Benin vom 14. bis zum 19. Jahrhundert. Sie dokumentierte den Fall des unabhängigen Königreiches und dessen Neukonstituierung im 20. Jahrhundert sowie den Fortbestand des Königtums bis heute.

Ein begleitendes Symposium in Wien brachte zum ersten Mal internationale Benin-ExpertInnen, MuseumskuratorInnen und VertreterInnen des Benin-Königshauses in Europa zusammen, um Fragen nach dem Stand der historischen und kunsthistorischen Forschung, spezifischen Sammlungsgeschichten der Benin-Kunst, ihrer Bedeutung für Nigeria, insbesondere für den Königshof in Benin, ihrer heutigen Vermarktung und der daraus resultierenden Frage nach Authentizität zu diskutieren.

Der Benin Dialogue

Der Benin Dialogue

Das Weltmuseum Wien hat gemeinsam mit der National Commission for Museums and Monuments Nigeria 2010 einen offenen Dialog über das schwierige Thema der durch einen Kolonialkrieg im 19. Jahrhundert in alle Welt zerstreuten Kunstschätze aus dem Königreich Benin initiiert, um eine neue gemeinsame Perspektive im Umgang damit zu erörtern.

Als erster Schritt wurde gemeinsam der Workshop New Cultures of Collaboration. Sharing of Collections and Quests for Restitution: the Benin Case in Wien (2. und 3. Dezember 2010) organisiert, zu dem VertreterInnen des Benin Königshofs, der NCMM, Nigeria, und VertreterInnen von europäischen Museen mit bedeutenden Sammlungsbeständen (British Museum, London; Ethnologisches Museum, Berlin; Museum of Ethnography, Stockholm), sowie RechtsexpertInnen aus Nigeria und Österreich eingeladen wurden, ihre Sicht der Lage vorzutragen und zu diskutieren. Bei diesem ersten Treffen wurde vereinbart, den Kreis der teilnehmenden Museen kontinuierlich zu erweitern und regelmäßige Treffen durchzuführen. Als erster Schritt wurden den TeilnehmerInnen Listen der Benin-Bestände übermittelt und es wurde ausgemacht, Möglichkeiten der Förderung der Weiterbildung nigerianischer Museumsmitarbeiter zu erkunden.

Der Dialog wurde im Oktober 2011 in Berlin auf Einladung des Ethnologischen Museums, Berlin, unter dem Titel New Cultures of Collaboration – Sharing of Collections (nun mit der zusätzlichen Beteiligung der Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen und dem Museum für Völkerkunde, Leiden) fortgeführt. In dem Workshop wurden deutsche Förderungs- und Stipendienrogramme vorgestellt; zusätzlich wurde vereinbart, die Benin-Sammlungen der involvierten Museen online zugänglich zu machen, um sie für weiterführende Forschungen zu vernetzen.

Wissensaustausch

Wissensaustausch

Das National Museum in Benin City

Barbara Plankensteiner – ehemalige stv. Direktorin des Museums und Kuratorin der Sammlung Afrika südlich der Sahara - wurde 2009 in das Advisory Board des National Museum in Benin City berufen, um das Museum bei der Neugestaltung der Benin-Dauerausstellung zu unterstützen. Während mehrerer Aufenthalte konnten die Bestände aufgenommen und evaluiert werden. Gemeinsam mit dem Director of Museums der NCMM wurde ein neues Konzept für die Schausammlung des Museums entwickelt und dem Museum eine Datenbank der ausgewählten Stücke zur Verfügung gestellt. Im August 2009 konnte ein Workshop im National Museum in Benin City organisiert werden, in dem Susanne Mendez, Restauratorin des Weltmuseums Wien, und die Restauratorin Petra Süß von der Universität für angewandte Kunst Wien (Abteilung Archäometrie) die MitarbeiterInnen des Museums in einfache Techniken der Reinigung und präventiven Konservierung einschulten. Barbara Plankensteiner hielt gleichzeitig einen Workshop zur Dokumentation der Sammlungen ab.

Darüber hinaus nahm Mag. Petra Süß an einer Auswahl von Gelbgusswerken der Sammlung des Museums Proben, die sie im Rahmen ihres Dissertationsprojektes zur Alters- und Authentizitätsbestimmung von Benin-Bronzen untersuchen und die Resultate der NCMM zur Verfügung stellen wird. Am Dach des Museums wurden Legierungsproben an einem Expositionsgestell angebracht, um über mehrere Jahre hinweg die Korrosion an unterschiedlichen Kupferlegierungen zu untersuchen. Die Ergebnisse dieser erstmalig in Nigeria durchgeführten Untersuchung werden sowohl dem Weltmuseum Wien als auch dem National Museum in Benin City zur Verfügung gestellt.

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