Federbüste eines Gottes

ki´i hulu manu

Standort

Derzeit ausgestellt:
Mezzanin: South Seas: Encounters with Paradise Lost

Bei dieser Federbüste handelt es sich um ein Götterbild aus Hawai'i, das im 18. Jh. sowohl den Kriegsgott Ku (mit Scheitelkamm aus Federn) als auch den Fruchtbarkeitsgott Lono (mit menschlichem Haar ähnlich einer Perücke) verkörperte.
Bei Ausbruch eines Krieges wurde der Ku-Götterkopf auf eine lange Stange gesteckt und zur Abschreckung der Feinde im Kampfgeschehen mitgetragen. Der Ankauf der Federbüste erfolgte 1806 in London, als auch andere Gegenstände von der Cook' schen Weltreisen versteigert wurden und in den Besitz des österreichischen Kaisers Franz I. gelangten.

Durch Gebet und Opfergaben rief man die höchsten Götter Hawaiis, Gott Lono, den Gott der Fruchtbarkeit und des Friedens oder den Kriegsgott Ku in diesen Federbildern herbei, um die Menschen bei ihren Unternehmungen erfolgreich zu unterstützen.
Die Federbüste ist mit den roten Federn des Baumläufervogels (Vestiaria coccinea) geschmückt, die in ein Flechtwerk aus den gespaltenen Luftwurzeln einer Kletterpflanze (Freycinetia arborea), über das ein Netz aus gedrehten Pflanzenfasern (Touchardia latifolia) gespannt ist, geknüpft sind.
Rote Federn wurden im alten Hawai'i als sakrale Schöpfung der Natur betrachtet. Der rote Federbesatz dieses Götterkopfes ist leider nur mehr in Resten vorhanden. Die ausgestalteten Ohren sind nur aus der Profilansicht zu sehen. Die Augen sind mit zwei dunkelbraunen Holzkugeln über weißem Perlmuttgrund gestaltet. Die dicken Augenbrauen bestehen aus schwarzen Federn. Der breite Mund ist mit 49 geschliffenen Hundeeckzähnen im Oberkiefer und 48 weiteren im Unterkiefer gestaltet.

Objektdaten

Inv. Nr.

202

Sammlungsbereich

Ozeanien und Australien

Objektbezeichnung

Federbüste eines Gottes

Sammlung

James Cook (1728 Marton cum Cleveland/Yorkshire - 1779 Kealakekua (Big Isle Hawaii)) - GND

erworben von

Parkinsonsches Museum

Datierung

1779

Zugangsdatum

1806

Material/Technik

Luftwurzeln, Federn, Perlmutt, Nüsse, Hundezähne, Pflanzenfasern

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