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Abzeichen oder Fächer

16. Jahrhundert, Kolonialzeit | Ambras

Für die Azteken waren Federn kostbarer als Gold, und das Handwerk der Federkünstler war sehr hoch angesehen. Bei diesem heute einzigartigen Objekt wurden die Federn zum Teil eingefärbt. Das ist einer der Gründe, warum man vermutet, es sei erst in der Kolonialzeit entstanden. Ein weiterer Grund: Der Schmetterling in der Mitte wirkt vom Stil her europäisch beeinflusst. Welche Funktion diese Federarbeit hatte, ist nicht eindeutig geklärt. In mesoamerikanischen Bilderhandschriften sind vergleichbare Objekte als Standarten von Göttern, Boten oder Reisenden dargestellt. Während auf der einen Seite ein Schmetterling zu sehen ist, zeigt die andere eine Blume. Man vermutet daher, dass sich die Darstellungen auf die sogenannten Blumenkriege beziehen – rituelle Kriege, zu denen man sich mit einem Gegner verabredete. Beide Parteien trafen zu einer festgelegten Zeit an einem bestimmten Ort mit einer genau vereinbarten Anzahl von Kriegern aufeinander. Diese Blumenkriege dienten einerseits als Training, andererseits aber auch dazu, Gefangene für Menschenopfer zu machen. Geopferte Krieger begleiteten die Sonne am Himmel und wurden dann auch als Schmetterlinge dargestellt. Diese Kombination von Blume und Schmetterling könnte auf diese sogenannten Blumenkriege verweisen. Ist nur eine Theorie, ist nicht bewiesen!

Zeit:
16. Jahrhundert, Kolonialzeit

Objektbezeichnung
Abzeichen oder Fächer

Kultur
Mexiko

Material/Technik:
Federn von Hellrote Ara (Ara macao) und Kleine Soldatenara (Ara militaris), Agavefaser, Baumwollfaser, Farbstoff, Bambusrohr (Otatea sp.), Bienenwachs

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Nord- und Mittelamerika

Inv. Nr.
43381