Adel, Geistlichkeit und Bürgertum pflegten ab der Renaissance Interesse an exotischen und kuriosen Objekten.
Dazu gehörten natürlich Gegenstände außereuropäischer Herkunft und Naturalien von noch unbekannten Erdteilen, mit denen man lange nicht wirklich vertraut war. So wurde ein mexikanischer Federschild als chinesischer Sonnenschirm, ein karibischer Gürtel zuerst als ostindisch, dann als afrikanisch, bezeichnet. Elfenbeinschnitzereien aus Afrika sollten „indianisch“ – das heißt asiatisch – sein, ein Zeichenbuch aus dem Großen Seengebiet aus Aotearoa (Neuseeland) stammen.
Francesco Terzio, Erzherzog Ferdinand II., um 1550, KHM-Museumsverband
Die vielleicht berühmteste Sammlung ihrer Zeit war die Rüst-, Kunst und Wunderkammer Erzherzogs Ferdinand II. (1529–1595) im Felsenschloss Ambras bei Innsbruck. „Raritäten“ dieser Art wechselten in einem internationalen Netzwerk häufig ihre Besitzer, sei es als Geschenk oder durch Verkäufe. Zahlreiche Gegenstände aus der frühen Kolonialzeit, die in diesen Privatsammlungen verwahrt wurden, sind verschollen; erhaltene Werke gingen in Museumssammlungen über, so auch ins heutige Weltmuseum Wien.















