Zwei Engel von Raffael
Interview mit Lisi Bernroitner, 08.07.2016
„Obwohl meine Religion es nicht erlaubt, dass heilige Personen oder Wesen abgebildet werden, gefallen mir diese Engelsfiguren. Kunst hat für mich mit Freiheit zu tun.“

Melodi ist sehr interessiert an Kunst und Kultur. Sie hat zwei Engelsfiguren aus Porzellan günstig in einem Dekorationsgeschäft gekauft. Die zwei Engel sind Teil des Gemäldes „Sixtinische Madonna“ von Raffael, eines ihrer Lieblingswerke. Für Melodi schauen die beiden Engelsfiguren wie zwei Kinder mit welligen, kurzen Haaren und goldenen Flügeln aus, die nach oben schauen. Sie findet sie sehr ästhetisch und findet, sie machen ihre Wohnung lebendiger.
Obwohl Melodis Religion es nicht erlaubt, dass heilige Personen oder Wesen abgebildet werden, gefallen ihr solche Abbildungen. Für sie hat Kunst mit Freiheit zu tun.
Melodi beschäftigt sich mit Fotografie und hat die Engelsfiguren mit ihrer Handykamera fotografiert und bearbeitet und auf Instagram hochgeladen. Sie hat dafür sehr viele Likes von anderen Leuten, die sich auch mit Fotografie beschäftigen, bekommen. Melodi möchte Künstlerisches Lehramt studieren.
Interessant ist, dass für Melodi sowohl das Original von Raffael, als auch die Replikate aus Porzellan, sowie auch das Foto, das sie davon gemacht hat, von Bedeutung sind.
Über den Autor...Elisabeth Bernroitner leitet und kuratiert den Theater- & Performancebereich der Brunnenpassage, ist künstlerische Leitung und Geschäftsführung von PANGEA. Werkstatt der Kulturen der Welt und im Vorstand der IG Kultur Wien. Sie ist Co-Kuratorin der Ausstellung Sharing Stories. Dinge Sprechen.
#DingeSprechen