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Forschungsprojekt
Kulturgeschichte

Teilnahme am Benin Dialog

Das Weltmuseum Wien ist seit dem Beginn der Benin Dialogue Group im Jahr 2010 Mitglied dieser internationalen Arbeitsgruppe. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen von Restitution, gemeinsamer Forschung, Transparenz und neuer Formen der Zusammenarbeit. Bereits die Vorbereitungen zur Ausstellung Benin – Könige und Rituale (2007) legten wichtige Grundlagen für die Zusammenarbeit mit nigerianischen Partnern.

Über das Projekt

Die Benin Dialogue Group befasst sich mit Kunstwerken und Kulturobjekten aus dem ehemaligen Königreich Benin im heutigen Nigeria. Dazu zählen Skulpturen, Elfenbeinarbeiten und weitere Objekte des königlichen Hofes. Ein großer Teil dieser Werke gelangte nach der gewaltsamen Plünderung Benin Citys durch britische Truppen im Jahr 1897 nach Europa und befindet sich heute in Museen weltweit.

An der Benin Dialogue Group beteiligen sich Museen aus Österreich, Deutschland, den Niederlanden, Schweden und Großbritannien, gemeinsam mit Vertreter*innen des Edo State Government, des Royal Court of Benin sowie der National Commission for Museums and Monuments in Nigeria. Die Arbeitsgruppe wurde mit dem Ziel gegründet, einen offenen Austausch über die Benin-Objekte in den jeweiligen Sammlungen zu fördern und gemeinsame Perspektiven für den Umgang mit diesem kulturellen Erbe zu entwickeln. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Frage nach einer dauerhaften Ausstellung der Objekte in Nigeria. Im Verlauf der Zusammenarbeit wurden Fragen der Rückgabe, der Objektgeschichten und der internationalen Kooperation vertieft.

Ein zentrales Ergebnis der bisherigen Zusammenarbeit ist das Projekt Digital Benin. Das digitale Projekt erfasst und bündelt Benin-Sammlungen sowie fotografische und dokumentarische Archive aus Museen weltweit und macht sie in einer Online-Plattform zugänglich.

Die Frage der Rückgabe von Benin-Objekten bildet ein wesentliches Beschäftigungsfeld der Zusammenarbeit. Da die beteiligten Museen aus verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen kommen, gestalten sich Restitutionen komplex und müssen bilateral verhandelt werden. Die Benin Dialogue Group versteht sich dabei als Forum für Austausch, Vernetzung und gegenseitige Unterstützung in diesem vielschichtigen Prozess. 

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