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Ende 20. Jahrhundert | Günther Konrad
Mittig geteilte Dose, unten abgeflacht, oben mit knaufförmigem Fortsatz, mit rotbraunem geometrischen Dekor (Spirallen und Dreiecke). Die Hautdosen werden zunächst durch Aufziehen eingeweichter, hauchdünn geschabter und gestampfter Hautstücke aus ungegerbter Rinds- oder Kamelhaut auf einen Tonkern geformt (technique de la 'peau pilée'); zum Ablösen der getrockneten Hautdose wird der Tonkern zerschlagen, analog dem Metallguss in der 'verlorenen Form'. Das Aufziehen der Haut und die Herstellung des (hohlen) Tonkerns geschieht duirch männliche Handwerker, die Färbung und Dekoration durch Frauen; auf der rotbräunlich eingefärbten Außenseite wird in einer Art Reserveverfahren mittels Wachsfäden eine helle Musterung erzeugt. Verw. z. B. als Schmuck- oder Tabakdose. Häufige Formen: eiförmig (bis etwa straußeneigroß), auch kugelig, zylindrisch-flachrund oder in Form eines Quaders mit gerundeten Ecken, seltener auch in einer Art Flaschenform. Herstellungszentrum: Agadez; ähnliche Hautdosen werden auch in Timbuktu hergestellt. Lit.: Hans Ritter. Wörterbuch zur Sprache und Kultur der Twareg II, Deutsch-Twareg, Wiesbaden: Harrassowitz 2009, S. 463-464.


Sammler/in:
Günther Konrad (1937-2017) DNBarrow_outward
Zeit:
Ende 20. Jahrhundert
Zugangsdatum:
2018
Kultur
Tuareg
Material/Technik:
Rohhaut, Farbstoffe
Maße:
L 13 cm × B 10 cm × H 8 cm
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Nordafrika, Vorder- und Zentralasien, Sibirien
Geographie
Nordafrika/Maghreb/Algerien/Sahara
Inv. Nr.
191137



















