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um 1960 | Axel Steinmann

Hinterglasmalerei, (pers. naqqashi-ye posht-e shishe, نقاشی پشت شیشه). Glas, Pigment, Holz. Anonym, undatiert, Iran, um 1960. Ursprünglicher schwarzer Rahmen, braune Hartfaserplatte mit Aufhängvorrichtung als Rückwand. Altersschäden; Glasabsplitterung am rechten unteren Rand. Am 13. Oktober 1996 in Teheran bei einem Altwarenhändler in der Khiaban-e Manouchehri nahe dem Maidan-e Ferdowsi erworben.

Die Verehrung des unbefleckten Herzens Mariä gilt als besondere Ausdrucksform katholischer Spiritualität. Herz Mariä-Darstellungen zeigen auf der Brust von Maria ein brennendes rotes Herz, umgeben von einem Licht oder Strahlenkranz. Bereits vor der Aufklärung war das „Herz Mariä“ nicht nur als Monstranz oder Amulett weit verbreitet, sondern auch ein beliebtes Motiv für Andachtsbilder. Neuen Aufschwung erfuhren Herz-Mariä-Bilder im 19. und 20. Jahrhundert, vor allem nach 1942 anlässlich der 25. Wiederkehr der Marienerscheinungen in Fátima und der Weihe Portugals an das Unbefleckte Herz Mariens durch Papst Pius XII. (Axel Steinmann)

 

Seit dem 17. Jahrhundert wurden in Europa zunehmend kleine Andachtsbilder, darunter aus dem Marienleben stammende Einzeldarstellungen, als reines Massenobjekt produziert. Zahlreiche fanden ihren Weg in den Iran. Christliche Motive hielten verstärkt in der persischen Malerei Einzug. Im Islam gilt Maria (pers. „Hazrāt-e Maryam“

حضرات مريم), als Mutter des letzten Propheten vor Mohammed, zu den von Gott auserwählten Menschen. Schiitische Frauen verehren neben Fatima, der Tochter Muhammads und Mutter des schiitischen Märtyrers Husain, auch Maria als Vorbild für Weiblichkeit und Mütterlichkeit. Maria wird im Koran als einzige Frau namentlich erwähnt. Sure 19 trägt ihren Namen. Allerdings ist das christliche Konzept der Gottesmutter dem Islam wesensfremd.

Zeit:
um 1960

Kultur
Iran

Material/Technik:
Glas, Pigment, Holz

Maße:
38,3 cm × 48,5 cm

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Inv. Nr.
193615