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Bei den modernen Satsuma-Keramiken gibt es einen shiro-satsuma genannten Werkstil, bei dem die weiße Grundierung der Keramiken ohne jegliche Farbgebung oder Muster, nur mit einer durchsichtigen Glasur versehen wird. Dieser Werkstil wurde in der späten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den Chinjikan- und Naeshirogawa-Manufakturen unter anderem auch für die Herstellung sogenannter hinerimono (plastische Skulpturen) angewendet. In der zur Chinjikan-Manufaktur gehörenden Gyokkōzan-Brennerei finden sich heute noch Modelle und Druckschablonen für die Modellierung solcher Keramiken. Diese Figur zeigt den reisenden Dichter Saigyō (1118–1190) aus der Heian-Zeit, der mit einem Strohhut auf dem Kopf und auf einem Felsen sitzend den Berg Fuji betrachtet. Das Motiv war für Malereien, Schnitzereien und Töpferwaren in der Edo-Zeit äußerst beliebt und wird fujimi saigyō (Saigyō mit Blick auf den Fuji) genannt. Ein ähnliches Werk der Satsuma-Keramik aus etwa derselben Zeit ist beispielsweise die kolorierte Figur des Dichters Kakimoto no Hitomaro (um 653–um 710), die sich im Besitz der Eremitage in Russland befindet. (MA)


Sammler/in:
Heinrich von Siebold (1852 St. Martin/Boppard - 1908 Schloss Freudenstein/Bozen) DNBarrow_outward
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Ostasien
Geographie
Ostasien/Japan/Kyushu/Kagoshima/Satsuma
Inv. Nr.
34695



















