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Butterquirrl

20. Jahrhundert | Christian Schicklgruber

Seine Karriere begann dieses Ding als Ast eines Strauches, dann wurde es zu einem Butterquirrl, am Ende steht das Museumsobjekt. Welche Geschichte steht hinter dieser Biographie?

 

Vor einigen Jahren war ein Museumskurator mit einem Priester aus einem kleinen Dorf in Bhutan in einem Hochtal unterwegs, um über die lokalen Berggottheiten zu forschen. Es war schon spät im Jahr, die Almen waren schon lange verlassen, die Hütten waren versperrt. Die beiden nächtigten in Höhlen. Jeden Abend schnitt der Priester von einem Strauch ein Stück eines Astes ab, der in möglichst vielen Verzweigungen wuchs. Mit einem Messer stutze er ihn schnell zurecht. Nachdem über einem offenen Feuer Teeblätter aufgekocht waren gab er Salz und eine Handvoll Butter hinzu. Nun verquirrelte er das Gebräu mit diesem Stück zum für die gesamte Himalayaregion typischen Buttertee. Am Abend schnitzte er noch eine kleine Verzierung am Stielende ein, wohl zum Zeitvertreib. Ein hübsches Ornament ohne jegliche semantische Bedeutung. Nach dem Frühstück am nächsten Morgen warf er den Quirrl weg, auch an der nächsten Schlafstelle wachsen Sträucher. Groß war sein Erstaunen als es der Museumskurator aufhob und mitnahm. Die erstaunte Frage „warum?“ wurde mit „weil es einmal in einem Museum angesehen werden wird“ beantwortet. Eine Antwort die gleich als nächste Frage zur Folge hatte, ob es den in Österreich keine geeigneten Sträucher gebe, warum so etwas mittragen? Fragen, welche die Verwunderung über die Institution ethnographisches Museum von jemand, über dessen Leben dort berichtet wird, ausdrücken.

Zeit:
20. Jahrhundert

Objektbezeichnung
Butterquirl

Kultur
Nepal

Material/Technik:
Holz

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Inv. Nr.
176390

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