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Federschild mit Kojote

um 1500 | Ambras

Auch dieser großartige Federschild befand sich in der Ambraser Kunstkammer von Erzherzog Ferdinand II. Ein Inventar aus dem 18. Jahrhundert bezeichnet ihn als chinesischen Sonnenschirm – oft wusste man nicht mehr, aus welcher Kultur die Objekte stammten. Kostbare Federschilde wie dieser waren in Mesoamerika weitverbreitet, das wissen wir aus Darstellungen, aber auch aus Tributslisten. Im zentralen Hochland, wo die Azteken lebten, gab es keine tropischen Vögel. Sie erwarben die bunten Federn oder fertigen Federarbeiten nicht nur durch Handel, sondern auch über Tributszahlungen von unterworfenen Völkern. Unzählige dieser Schilde sind in der Kolonialzeit nach Europa abtransportiert und hier auch verwendet worden. Die europäischen Eliten liebten Aufmärsche, bei denen sie sich verkleideten und sozusagen Amerika spielten. Die meisten Federschilde gingen dabei kaputt, nur vier haben bis heute überlebt. Das ist einer davon. Wie das blaue Tier zu deuten ist, gilt als umstritten: Es ist möglicherweise ein Kojote, vielleicht ein Wolf. Und es gab unterschiedliche Kriegerklassen oder Kriegerorden bei den Azteken und wir wissen, dass es eben auch Kojotekrieger gab, also Krieger, die sich als Kojote präsentiert haben – unter anderem sogar als blaue Kojoten. Es ist möglich, dass der Schild in diesem Kontext verwendet worden ist. Aber es könnte auch etwas anderes bedeuten, es könnte auch auf die Stadt verweisen oder auf einen bestimmten Fürsten oder Anführer. Man muss natürlich auch immer wieder ehrlich sein und sagen, dass es nicht bekannt ist!

Zeit:
um 1500

Objektbezeichnung
Federschild mit Kojote

Kultur
Mexiko

Material/Technik:
Feder, Goldblech, Rohr, Leder

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Nord- und Mittelamerika

Inv. Nr.
43380