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Frauen-Festagsmantel

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts führt zunehmender Konkurrenzdruck unter den Naturkundemuseen zur Jagd auf außereuropäische Objekte der Superlative. Auch die Anthropologisch-ethnographische Abteilung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums will ihren Sammlungsbestand möglichst rasch erweitern. Ethnologen beklagen die Europäisierung der von ihnen studierten Kulturen. Es gilt, schnell „Sammlungslücken“ zu schließen. Für großzügige Sammlungsankäufe reichen die vorhandenen Geldmittel nicht aus. Mäzenaten sollen die Erweiterung der Sammlungsbestände ermöglichen. Nach höheren Ehren dürstende Angehörige des Großbürgertums lassen dem Museum große Summen zukommen, um dann „freundlichst und unterthänigst“ einen Adelstitel oder zumindest eine „allerhöchste Auszeichnung“ zu erbitten. An der Wende zum 20. Jahrhundert sucht der deutsch-russische Unternehmer in Wladiwostok Adolph Traugott Dattan (1854–1924) nach Prestige. Zwischen 1897 und 1905 schenkt er dem naturhistorischen Hofmuseum 787 Objekte von den Amur-Völkern in Russisch-Fernost. Im April 1903 erhält Dattan das ersehnte Offizierskreuz des Franz Joseph-Ordens.

Sammlung:
Adolph Traugott Dattan (1854 Rudersdorf - 1924 Naumburg)

Zeit:
vor 1899

Objektbezeichnung
Frauen-Festagsmantel

Material/Technik:
Lachshaut, Pigment, Faser, Kunststoff

Maße:
L. 107 cm, B. (Ärmel) 135 cm

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Inv. Nr.
64225