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Frauenkopftuch

tarredat, taritat

Frauenkopftuch (tarredat). Wolle, offenmaschiges, leinwand-bindiges Gewebe, pflanzliche Färbungen in Reservetechnik (tie-dye), Henna-bemalung. Alter: Ende 19. Jahrhundert.

 

Anm. des Sammlers: "Bei einem Feldforschungsaufenthalt im Dezember 1999/Jänner 2000 wurden diese bis dahin unbekannten Textilien im Bereich der Ahel Telt und Ahel Taida, zusammen mit den dazugehörigen Stirnbänder entdeckt. Ursprünglich Teil der traditionellen Alltagstracht der Region, erlangten sowohl die Kopftücher, als auch die Stirnbänder im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts eine veränderte Bedeutung. Nach dem Ende der Herstellung der traditionellen Alltagstextilien der Region (mit dem Auftauchen industrieller, europäischer Stoffe auf den regionalen Souks um etwa 1920), wurde die traditionelle Tracht nur mehr zu besonderen Anlässen, wie etwa Hochzeiten oder hochrangigen Festen getragen. Regionalen Aussagen zufolge wurde die Herstellung der Kopftücher und Stirnbänder bereits vor 1900 eingestellt (wörtlich: ‚mehr als hundert Jahre alt' bzw. ‚vor der Franzosenzeit'). Die Färbungen sind dem Vernehmen nach mit Hilfe einer Mischung aus Krapp, Haselnuß, Granatapfel und Henna hergestellt worden, die Bemalungen in den vorerst ungefärbten Bereichen erfolgten mit purem Henna (mit den Fingern oder einer Hahnenfeder), Wolle, Leinwandbindung, Reservetechnik (Plangi).

Zeit:
vor 1950

Objektbezeichnung
Frauenkopftuch

Material/Technik:
Wolle, Henna

Maße:
148 × 122 cm

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Inv. Nr.
178661

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