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Jochlaute

tanga

vor 1993 | Bettina Leopoldo

Ägypten, Oase Siwa in der Libyschen Wüste. Sliman Sheib Said will sich eine fünfsaitige Jochlaute basteln. Für diese Oase, wo Flöte, Trommel, Tamburin und das rhythmische Klatschen der Hände die Musik beherrschen, ein untypisches Instrument. Derartige Leiern sind in Nubien oder im Sudan zu Hause. In den 1950er Jahren gehen in Europa und den USA die ersten Transistorradios in Serienproduktion. Seit den 1970er Jahren gibt es in Siwa einen durchgehenden Rundfunkempfang. Preiswerte Transistorradios dringen in die Oase ein. Männer tanzen und singen nach Radiomusik. Walkman und iPod beenden dann die Ära der batteriebetriebenen Transistorradios. Auf den Mull damit! Aus dem Gehäuse eines derart entsorgten Transistor-Kofferradios bastelt sich Sliman sein Wunschmusikinstrument. 1993 dokumentiert eine Ethnologin den Wandel der materiellen Kultur in der Oase. Eines Abends, als sie im „East-West Restaurant“ abhängt, geht Sliman mit seiner Jochlaute vorbei. Er erklärt sich bereit, ihr seine Leier zu verkaufen, aber erst morgen, nach der nächtlichen Party im Palmengarten, zu der er gerade unterwegs ist.

Sammler/in:
Bettina Leopoldo

Zeit:
vor 1993

Objektbezeichnung
Jochlaute

Material/Technik:
Kunststoff, Metall, Holz, Sperrholz

Maße:
H. 59 cm, B. 53 cm, T. 16 cm

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Inv. Nr.
174837

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