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Kaffeeservice

vor 1883 | Paul Riebeck

Dekorierte Töpferwaren aus Asyut

 

Eine Nilkreuzfahrt ist im auslaufenden 19. Jahrhundert Höhepunkt jeder Ägyptenreise. Auf dem Weg von Kairo nach Assuan liegt am westlichen Nilufer die Stadt Asyut. Dort pflegen Touristen sich mit den Erzeugnissen der Töpfermetropole einzudecken: krokodilförmige Hornhautentferner, Pfeifenköpfe, rote und schwarze mit Palmetten dekorierte Ziervasen. Letztere gleichen den Vasen aus der klassischen Antike, die hundert Jahre zuvor in Europa Form und Dekor von Silber- und Porzellanwaren beeinflusst hatten. Jetzt dient europäische Importware im antiken Stil den Töpfern in Asyut als Vorbild. Ein Gemisch aus lokaler Töpferkunst und europäischen Erwartungen entsteht: ausreichend „ägyptisch“, um exotisch zu wirken, vertraut und wohlfeil zugleich, um als „typisches“ Erinnerungsstück mitgenommen zu werden.

 

Um ihre Keramiken für den europäischen Markt attraktiver zu gestalten, versahen Asyut-Töpfer diese nicht nur mit ihrer Herstellermarke, sondern übernahmen Kontrollzeichen europäischer Silberstempelung, wie Halbmond oder Löwenkopf, in ihr Repertoire.

Schenkung:
Paul Riebeck (1859 Weißenfels - 1889 Yokohama) DNB

Sammler/in:
Emil Riebeck (1853 Leau - 1885 Feldkirch) DNB

Zeit:
vor 1883

Objektbezeichnung
Kaffeeservice

Material/Technik:
Keramik

Maße:
Tablett: Dm. 25 cm

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Inv. Nr.
26318 bis 26330

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