Sammler/in:
Josef Kopetzky (1852 Vysoké Mýto - nach 1916) DNB
Sammler/in:
k.u.k. Kriegsmarine, Pola
Bezug/Sammler/in:
S.M. Corvette Saida
Zeit:
vor 1897
Objektbezeichnung
Perücke
Material/Technik:
Menschenhaar
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Ozeanien und Australien
Geographie
Ozeanien/Melanesien/Neuguinea
Inv. Nr.
64525
Provenienz
Menschliches Haar ist gemäß dem Leitfaden des Deutschen Museumsbundes als „sensibles Material" zu klassifizieren, das stark auf eine
Kontextualisierung angewiesen ist, unabhängig davon, ob es von lebenden
oder verstorbenen Personen stammt (Deutscher Museumsbund 2021b: 8; siehe auch Berner/ Hoffmann/ Lange 2011). Als menschliches Gewebe, welches teilweise im Rahmen von kulturellen Praktiken bearbeitet beziehungsweise verarbeitet wurde, können Haare ein profanes Handelsgut sein, oder aber ein stark
emotional oder spirituell aufgeladenes Objekt, weshalb die Einschätzung
eines Unrechtskontexts weniger eindeutig ist, als bei anderen human
remains. Wie alle human remains, wurden Haare in der Anthropologie Ende
des 19. Jahrhunderts für rassistische Forschungen verwendet und zu
diesem Zweck gesammelt. Daher ist es notwendig, dass nicht nur die Bedeutung und
Verwendung der Haare im jeweiligen historischen Kontext, sondern auch der
spezifischen Erwerbskontext betrachtet werden. Die Haare, bei denen es sich vermutlich um eine Perücke aus Neu Guinea handelt, wurden (höchstwahrscheinlich) vom Fregattenarzt Josef Kopetzky (22. Februar 1865–1902) in Singapur von einem Händler namens Francesco erworben. Dieser konnte nicht identifiziert werden. Aufgrund mangelnder Quellen kann nicht festgestellt werden, von wem die Haare stammten, noch ob diese Person die Haare freiwillig abgab. (Spörker, 27. Februar 2025)




















