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Schmuckkästchen

vor 1982 | Gertraud Bogner

Tamanrasset. Die Wüstenoase am Rand des Ahaggar-Gebirges ist die letzte große Stadt in Algerien vor den Grenzen nach Niger und Mali. Mondlandschaft und Tuareg. Ein Wanderschmied fabriziert aus den Spannplatten einer unnütz gewordenen Verpackungskiste eine Schatulle. Er kommt aus Mali und arbeitet vorübergehend in Tahaggart am Rande der Oase. Das Kästchen verziert er nach der tradierten Farb- und Musterpalette: grün, gelb und rot, Rauten, Kreise, Dreiecke, Wellenlinien. Er schmückt es zusätzlich auf allen Seiten mit Nieten. Zum Abschluss signiert er sein Werk: „Ich, Bilan, Sohn des Shakany, habe es gemacht.“ Das Kästchen ist zur Aufbewahrung von Frauenschmuck gedacht. Man kann aber auch ruhig Teezubehör darin verstauen. So steht es zumindest im Inventarband. In einem Geschäft in Tamanrasset erwirbt die Sammlerin daher noch industriell gefertigte Teegläser und eine kleine bauchige Teekanne aus blauem Email. Billigimportware, wie sie auch von den Tuareg im Alltag verwendet wird.

Zeit:
vor 1982

Objektbezeichnung
Schmuckkästchen

Material/Technik:
Spanplatten, Metall, Pigment

Maße:
L. 33 cm, B. 19 cm, H. 24 cm

Signatur
Bilan ag Šhakany

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Inv. Nr.
163840

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