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19. Jahrhundert | Alfred Janata

Öllampe, chirāgh, aus Gusseisen. 19. Jahrhundert. Drei Gußeisenteile an einem Schmiedeeisenstab: Lampe, oben und unten mit durchbrochen gegossenen Zierraten; Tropfteller; halbkugeliger durchbrochener Fuß. Teil der Verzierung abgebrochen. Erworben im Antiquitätenhandel in Istalif am 11.4. 1969. Parallelstück im Linden-Museum für Völkerkunde in Stuttgart, Sammlung Friedrich Kußmaul, A 30272, erworben in Zardéu, Munjan.

 

Bis weit in das 20. Jahrhundert waren in den ländlichen Gebieten Afghanistans Öllampen mit Baumwolldochten neben der Herdfeuer die einzigen Lichtquellen. Man speiste sie mit lokal produziertem Rapsöl. Um 1920/30 eroberten zunehmend billige, mit Petroleum zu speisende Sturmlaternen europäischer Produktion den Markt. Geradezu schlagartig verschwanden die Öllampen aus den Haushalten.

 

Über die Gußeisenöllampe schrieb Alfred Janata, dass zwar ihr durchbrochener Eisenguss technisch wie künstlerisch bemerkenswert genug sei, faszinierend seien jedoch Geschichte und Tradition des Eisengusses im abgelegenen Badakhshan. Die Technologie des Eisengusses sei in Europa erst im 15. Jahrhundert allgemein angewandt worden; in China habe man sie ab etwa 500 v. Chr. beherrscht. Entlang der Seidenstraße, an der Badakhshan lag, sei es zu einem „Technologietransfer“ gekommen, und so gieße man im Norden Afghanistans seit bald zweitausend Jahren auch Eisen.

Sammler/in:
Alfred Janata (1933 Wien - 1993 Wien)

Sammler/in:
Irmgard Janata

Zeit:
19. Jahrhundert

Material/Technik:
Gusseisen

Maße:
H. max. 62,5 cm; Dm. Fuß 24 cm

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Inv. Nr.
149475

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