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Die gekkin oder „Mondlaute“ ist ein Zupfinstrument in der Tradition ostasiatischer Lauten, das sich aus der chinesischen ruǎnxián (sinojap. genkan) entwickelt hat. Ihren Namen verdankt diese Kurzhalslaute dem runden, an einen Vollmond erinnernden Korpus. Nach Japan gelangte das Instrument in der zweiten Hälfte der Edo-Periode (1600–1868) und war, einhergehend mit der Verbreitung der minshingaku, vom Ende der Edo- bis zur Taishō-Periode (1912–1926) sehr populär. Als zentrales Instrument der minshingaku wurde die Mondlaute nicht bloß unter Literaten oder der chinesischen Kultur zugeneigten gebildeten Städtern, sondern ebenso in ganz gewöhnlichen Haushalten im ganzen Land gespielt. Die Instrumente wurden über Nagasaki aus China eingeführt, bereits nach kurzer Zeit aber auch innerhalb Japans nachgebaut. Das gegenständliche Exemplar trägt als Warenzeichen „Shakusai, Mita-Shikokumachi, Tōkyō“, woraus geschlossen werden kann, dass es nach 1872, als diese Bezeichnung für einen Stadtteil Tōkyōs in Gebrauch gekommen war, im Geschäft von Ishimura Minosuke (=Shakusai), einem Hersteller und Händler japanischer wie chinesischer Musikinstrumente, verkauft worden ist. Die vier Saiten sind paarweise aufgespannt und dabei jeweils in derselben Tonhöhe gestimmt, gespielt werden sie mit einem Plektrum. Zudem verfügt das Instrument über acht Bünde. Das obere Ende des Halses schmückt ein rentō (Lotuskopf) mit einer Fledermaus in Durchbrucharbeit ähnlich der Form eines nyoi-Zepters. Anstelle von Schalllöchern ist ein Augenpaar mit durchbrochenem Chrysanthemenzweig-Muster befestigt, und zwischen den Bünden sind neben fein durchbrochener Jade unter anderem Fächer als Dekor angebracht. (KH)

Sammler/in:
Heinrich von Siebold (1852 St. Martin/Boppard - 1908 Schloss Freudenstein/Bozen) DNBarrow_outward
Material/Technik:
Holz,
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Ostasien
Geographie
Ostasien/Japan/Ryukyu
Inv. Nr.
37317
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