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Zusammen mit teikin und keikin wurden solche Streichinstrumente für die von der zweiten Hälfte der Edo- bis in die Meiji-Periode sehr populäre Musikrichtung der minshingaku verwendet. Kokin (chin. húqín) bedeutet „Saiteninstrument(e) der Barbaren“ und ist eine Sammelbezeichnung für in China verbreitete Saiteninstrumente, darunter vor allem Streichinstrumente. Da der Bedeutungsinhalt des Begriffs sich je nach Ort und Epoche unterscheidet, ist bei dessen Verwendung Vorsicht geboten. Hier jedenfalls wird damit auf das Instrumentarium der minshingaku verwiesen. Der aus einem Bambusrohr bestehende Korpus dieses zweisaitigen Instruments ist auf einer Seite mit Schlangenhaut bespannt, den Hals bildet eine Bambusstange mit Knoten, die den Korpus durchdringt, und im oberen Ende des Halses stecken von hinten zwei Stimmwirbel. Damit gehört es zu einer Gattung zweisaitiger Röhrenspießlauten, die in China erhu genannt werden. Aufgrund seiner Fertigung aus Bambus und seines kleinen Formats entspricht es dabei wohl am ehesten der jinghu, die als Begleitinstrument für das traditionelle chinesische Musiktheater der Peking-Oper (chin. jingju) Verwendung findet. Auf alten Fotografien von Siebolds Instrumentensammlung ist zu sehen, dass die Stimmwirbel an den Griffen eingekerbt waren. Die Wirbel wurden also vermutlich nachträglich ausgetauscht. Normalerweise wird die kokin mit einem Rosshaar-Bogen gespielt, der hier allerdings fehlt. (KH)

Sammler/in:
Heinrich von Siebold (1852 St. Martin/Boppard - 1908 Schloss Freudenstein/Bozen) DNB

Material/Technik:
Holz, Bambus, Pflanzenfasern, Reptilienhaut,

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Ostasien

Inv. Nr.
37316

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