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Al-Malik az-Zahir Baibars

um 1900 | Franz Pernegger

Ein berühmtes Heldenepos hinter Glas spielt im Palästina des Jahres 1260. Die große Stunde des einstigen Sklaven al-Malik az-Zahir Baibars schlagt, als er in einer Schlacht den Mongolen die erste Niederlage beibringt und den Mythos ihrer Unbesiegbarkeit zerstört. Im selben Jahr beginnt Baibars, nunmehr Sultan von Ägypten, Zug um Zug die letzten Stutzpunkte der christlichen Kreuzfahrer in der Levante auszuschalten; weniger aus religiösem Eifer, sondern um „die Franken“ als Unruheherd zu beseitigen. Eigentlich wurde sich dieser Heiland des Islam religiösen Glaubenskampfern als Ikone anbieten. 2005, im Fastenmonat Ramadan, wird in Syrien die TV-Serie Al-Zahir Baybars ausgestrahlt. Sie meidet jedoch eine religiöse Instrumentalisierung des Stoffes. Das Bild vom „Zusammenprall der Kulturen“ ist für eine adäquate Beschreibung komplexer historischer Sachverhalte wenig hilfreich. Angesichts des religiösen Furors in der arabischen Welt und darüber hinaus vermittelt die Serie eine bemerkenswerte Botschaft: Muslime und Christen seien trotz ihrer wechselhaften und schwierigen Beziehungsgeschichte Träger derselben Zivilisation; beide seien aufgerufen, gemeinsam zu ihrem Fortbestand beizutragen.

Sammler/in:
Franz Pernegger

Zeit:
um 1900

Objektbezeichnung
Hinterglasbild

Kultur
Syrien

Material/Technik:
Glas, Pigment, Holz

Maße:
42 × 33 cm

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Inv. Nr.
174890

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