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Bestickte Jacke einer Zarathustrierin
qamīs
frühes 20. Jahrhundert | Fritz Willfort
Jacke einer Zarathustrierin aus buntem Patchwork-Quilt, dünn wattiert. Lange, enge Ärmel, zum Abschluß hin schmäler werdend; auf der Unterseite ein 26 cm tiefer Schlitz mit neun crèmefarbenen Kugelknöpfen mit Schlaufenverschluß als Zier; Ärmelenden mit kleinen Spitzen; Ärmelansatz mit rautenförmigem Zwickel. Ausgestellter Leib mit rundem Halsausschnitt. Ein kleiner, in ein Paar Bindebänder auslaufender Stehkragen. In Taillenhöhe ein zusätzliches Paar Bindebänder. Seitliche Schlitze bis zu den Ärmelzwickeln sind mit innen liegenden tiefen Taschen verbunden und so zur Hälfte geschlossen (Taschenfutter sichtbar). Verwendete Gewebe: 1) roter und dunkelblauer Seidenbrokat mit "Paisley-Motiven" an Ärmeln und Rockteil (Vorderseite); 2) uni roter Seidenstoff und Seidentwill an Ärmeln, Armzwickeln (VS), Bindebändchen, Saumeinfassung; 3) bunt gestreifter Baumwolldruck "Kaschmirmuster" Schulterbereich (VS + RS), Brust; 4) uni grüner Seidentaft Brust und Bindebändchen; 5) grün-écru-rostrot gestreifter leinwandbindiger Baumwollstoff Kragen und Kragenbändchen, Taschenfutter ("Spiegel") und obere Rückenhälfte; 6) dunkelblauer Baumwollstoff, leinwandbindig Armzwickel (RS) und Futterkanten; 7) gelbgrundiger Baumwolldruck, leicht gechinzt, mit "Paisley-Motiven" und "Federn" in blau und blassrosa unteres Rückenteil; 8) dunkelolivgrüner Baumwollstoff (leinwandbindig) ausgestellte Seitenteile des Rückenteils; 9) waschblauer leinwandbindiger Baumwollstoff (grob) linke Tasche; 10) weißgrundiger, rot-schwarz-grau bedruckter Baumwollstoff, leinwandbindig rechte Tasche; 11) dunkelgrüner Baumwollstoff, leinwandbindig Futter und rechte Tasche; 12) crèmeweißes Seidenflechtband mit Posamenterieschlaufen und Kugelknöpfen an beiden Ärmelschlitzen. Zweite Hälfte 19. Jahrhundert. Mittlerer Orient, Iran; Zarathustrier. H. 70,5 cm, B. 160 cm. "Zoroastrian women (...) had (and still have) a special, characteristic costume. Married women wore an elabarate headdress consisting of a small cap over which was worn a wide and long headcovering which was kept in place with a headband. The headcovering could be up to three metres long, and was so wrapped that the ends of the cloth nearly touches the floor at the back. Sometimes a white or light coloured chador was worn over the top of the headdress. The dress of Zoroastrian women consisted of a plain coloured bodice with a longish skirt made up of panels in two alternating colours (such a brown and green), or with alternating plain/patterned panels. The women's undertrousers were volominous and usually made of stripped material. It was the intention that trousers could be seen below the hemline of their dresses. Zoroastrian women were noted for not wearing faceveils unlike Muslim women. Girls wore the same outfit as their older sisters and mothers. Some of the younger girls would be bareheaded (indoors) or they would wear a cap instead of the elaborate headdress of older women.
Lit: " F. Barjesteh van Waalwijk van Doorn and G. M. Vogelsang-Eastwood (Hg.). Sevruguin's Iran. Teheran/ Rotterdam, 1999, p. 102-103.

Sammlung:
Fritz Willfort (1879 Wien - 1956 Wien)
Zeit:
frühes 20. Jahrhundert
Zugangsdatum:
2003
Objektbezeichnung
Bestickte Jacke einer Zarathustrierin
Kultur
Iran, Yazd; Zarathustrier
Material/Technik:
Baumwolle, Seide
Maße:
B 160 cm × H. 70,5 cm
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Nordafrika, Vorder- und Zentralasien, Sibirien
Inv. Nr.
180326
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