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Kerzenhalter für Fest der Namengebung

Am siebenten Tag nach der Geburt eines Kindes brennen in Ägypten die Kerzen. Es ist das Fest der Namensgebung. Für Knaben und Mädchen werden Trinkwasserflaschen aus Ton gefertigt, die mit Kerzenhaltern versehen sind. Je nach Geschlecht des Neugeborenen ist der Hals der Flasche als stilisierte weibliche Figur geformt oder endet in einem angedeuteten Penis. Das Fest wird zu Ehren der sieben Engel gefeiert, die das Neugeborene umstehen. Diese Engel werden dem Kind am Abend des siebenten Tages nach der Geburt gefährlich. Um sie zu besänftigen, reicht man ihnen auf einem Teller Opfergaben, Salz, Brot und Getreidekörner. Daneben stellt man die Tonflasche auf ein Tablett mit Bohnen. Die Bohnen werden mit Wasser besprüht und die Kerzen am Gefäß entzündet. Jede Kerze erhält einen Namen. Diejenige, die am längsten brennt, ist gleichsam „Taufkerze“ des Kindes. Der Kerzenstumpf wird dem Kind dann, zusammen mit zauberkräftigen Substanzen, in einem Säckchen zur Abwehr von Übel als Amulett um den Hals gehängt.

Sammler/in:
Peter Wolfgang Schienerl (1940 Wien - 2001 München) DNB

Zeit:
vor 1975

Objektbezeichnung
Flasche

Material/Technik:
Keramik, Pigment

Maße:
H. 55 cm, D. 20 cm

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Inv. Nr.
156644

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