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Matte
Hinweis: Nachfolgender Text stammt aus einem Sammlungskatalog des 19. Jahrhunderts und spiegelt in Sprache und Perspektive teilweise koloniale Denkmuster wider. Wir präsentieren den Text in seiner Originalfassung, um die Sammlungsgeschichte transparent zu machen und eine kritische Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe zu fördern. Bestimmte Begriffe und Formulierungen können heute als problematisch empfunden werden. Ein Forschungsprojekt aus dem Jahr 2009 kam zu dem Schluss, dass die meisten Beschreibungen sachlich korrekt und weiterhin verwendbar sind; lediglich wenige Details erwiesen sich als ungenau oder fehlerhaft. Ergebnisse dieses Projektes wurden in folgendem Bestandskatalog publiziert: khm-wmw-tm-library.on.worldcat.org/oclc/1457155265"272 - 273. Matten.Aus Lontar- oder Palmblättern geflochtene Matten etwa ein Meter breit, zwei Meter lang, wie sie von den Eingebornen des ganzen indischen Archipels zum Schlafen gebraucht werden. Eine solche Matte mit einem kleinen walzenförmigen Polster bildet die Schlafstelle des gewöhnlichen Mannes. Nur Vornehme und Fürsten bedienen sich der Matratzen aus Wolle, die jedoch auch mit mehr oder minder fein geflochtenen Matten nach Art unserer Betttücher bedeckt sind. Der Schlafplatz ist bei den wohlhabenden Eingebornen von cattunen färbigen Vorhängen umgeben, zum Schutze gegen die zahlreichen Insecten [sic!] und Mosquitos. Bei Fürsten und Vornehmen sind diese Vorhänge aus kostbaren goldgestickten Stoffen. Die Schlafstellen daselbst sind auch viel grösser als beim gewöhnlichen Manne, einige Quadratmeter gross, so dass eine ganze Familie in einem solchen Zelt Platz hat. Der arme Mann findet jedoch auch ohne einen solchen Vorhang Ruhe und Schlaf. Zum Schutze gegen Mosquitos, Insecten, sowie gegen die Nachtkälte, wickelt er sich in seinen Rock, " Sarong", wie in einen Mantel ein, zieht die Füsse bis an das Kinn und schläft so in einer unbeweglichen Stellung Tag und Nacht hindurch."Zitiert aus: Czurda, F. A. J. (1883). Catalog mit Erklärungen der Etnografischen Privatsammlung des Dr. F. A. J. Czurda in Postelberg (Böhmen). (S. 57-58). Wien, Wilhelm Braumüller

Sammler/in:
František A. J. Czurda (1844 Pisek - 1886 Cirebon) DNBarrow_outward
Zugangsdatum:
1883
Objektbezeichnung
Matte
Kultur
Süd-Sulawesi
Material/Technik:
Rattan; geflochten
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Insulares Südostasien
Inv. Nr.
17525



















