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Miniaturmalerei

 

Aus verschiedenen menschlichen, tierischen und dämonischen Wesen komponierte Tiere reichen in Indien bis in das erste vorchristliche Jahrhundert zurück, wie zum Beispiel auf Reliefs an einem Stupa von Sanchi zu sehen ist. Im Hinduismus sind es Götter mit Köpfen von Tieren auf menschlichen Körpern wie Ganesha, Hanuman oder Garuda, die diese Tradition ebenso fortsetzen wie die komponierte Erscheinung dieses Kamels, das den Einfluss Persiens auf die indische Mogulmalerei zeigt. Der Körper des Tieres ist aus Säugetieren, Reptilien, Fischen und Menschen, bis auf wenige Ausnahmen Musikern und Musikerinnen, zusammengesetzt. Eine von der Wissenschaft vorgeschlagene Erklärung dafür ist, dass aus mehreren verschiedenen Wesen zusammengesetzte Tiere nicht als physische Erscheinungen gesehen werden dürfen. Wie auch in der Poesie Indiens ausgedrückt soll die Betrachtung solch phantastischer Wesen die Erkenntnis erwecken, dass alle mit den Sinnen erfassbaren Erscheinungen eins mit Gott sind. Auch die geflügelte Reiterin unter dem kuppelartigen Baldachin stammt aus der überirdischen Welt. Der für solche Wesen aus dem Persischen stammende Begriff Peri bezeichnete ursprünglich von ihrer Schönheit geprägte schelmische Wesen, denen der Eingang ins Paradies verwehrt wurde bis zu Buße taten. Mit dem Islam wurden diese von Gott geschaffenen Wesen zu dem Menschen wohlwollende Gestalten.

 

Peris auf zusammengesetzten Kamelen waren ein häufig bemaltes Sujet und sind in vielen musealen Sammlungen vertreten.

Kultur
Indien

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Inv. Nr.
135678

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