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Modell einer Einbaum-Trommel
Der Sammelbegriff „Naga“ bezeichnet etwa 30 verschiedene tribale Gruppen, die in den Berggebieten Nordostindiens und im Nordwesten Myanmars vor allem von Landwirtschaft und Viehzucht leben.
Die Naga vollzogen ab der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts einen erstaunlichen Wandel von einer auf einem komplexen Glaubenssystem basierenden Kultur hin zum Christentum. Seitdem viele Naga von amerikanischen baptistischen Missionaren zum Christentum bekehrt wurden hat der christliche Hochgott den indigenen Schöpfergott abgelöst. Bleiben wir aber bei der Beschreibung dieses von Naga selbst hergestellten Modells einer Einbaum-Trommel in der „alten“ Kultur:
Die aus einem einzigen Baumstamm gefertigte Trommel stand als sichtbares Emblem für die Gemeinschaft in deren Mittelpunkt. Der Baum wurde von einem religiösen Spezialisten aufgrund von Träumen im Wald ausgewählt und von der gesamten Dorfgemeinschaft ins Dorf gezogen. In speziellen Einweihungszeremonien wurde sie dort als symbolisches Dorfoberhaupt inthronisiert. Sie wurde in vielen Dörfern auch als Sitz und Verkörperung des Gottes Tsangrangre verehrt, der das Dorf beschützte und für sein Wohlergehen sorgte. Jeweils unterschiedliche Rhythmen erklangen bei religiösen Zeremonien oder sie warnten vor feindlichen Angriffen aber auch bei Feuersbrünsten

Sammler/in:
Christoph von Fürer-Haimendorf (1909 Wien - 1995 London) DNBarrow_outward
Objektbezeichnung
Modell einer Einbaum-Trommel
Kultur
Naga / Indien
Material/Technik:
Holz
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Süd-, SO-Asien, Himalaya
Geographie
Südasien/Subkontinent/Indien/Assam/Longkhai
Inv. Nr.
126272



















