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Schwert

Mandau

Hinweis: Nachfolgender Text stammt aus einem Sammlungskatalog des 19. Jahrhunderts und spiegelt in Sprache und Perspektive teilweise koloniale Denkmuster wider. Wir präsentieren den Text in seiner Originalfassung, um die Sammlungsgeschichte transparent zu machen und eine kritische Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe zu fördern. Bestimmte Begriffe und Formulierungen können heute als problematisch empfunden werden. Ein Forschungsprojekt aus dem Jahr 2009 kam zu dem Schluss, dass die meisten Beschreibungen sachlich korrekt und weiterhin verwendbar sind; lediglich wenige Details erwiesen sich als ungenau oder fehlerhaft. Ergebnisse dieses Projektes wurden in folgendem Bestandskatalog publiziert: khm-wmw-tm-library.on.worldcat.org/oclc/1457155265"35-36. Schwert "Mando".Die Klinge dieser Hiebwaffe ist ähnlich jener eines Kalewangs, doch aus sehr feinem Stahl verfertigt. Das Heft von Bein in der schönsten Weise geschnitzt und mit Messingdraht umwunden, die hölzerne Scheide in phantastischer Weise mit Glascorallen [sic!], Bockhaaren und vielfarbigen Tuchläppchen geziert. Zur Seite dieser Scheide eine zweite, schmal, lang und aus Baumrinde gefertigt. Beide Scheiden mitsammen [sic!] durch Rohrgeflecht verbunden. In dieser schmalen, seitlichen Scheide befindet sich ein kleines Messer mit einem sehr langen stabförmigen, hölzernen Hefte, das mit Bein oben und unten besetzt ist. Dies Messer dient friedlichen Zwecken, es wird bei den verschiedenen  Rohrflechtarbeiten der Eingebornen zum Spalten des Rohres verwendet, und da der Eingeborne immer das Schwert an seiner Seite trägt, so hat er jenes Messer bei der Arbeit immer zur Hand. Das Schwert wird an einer, meist aus gespaltenem Rohr, fein geflochtenen Schnur um den Leib getragen. Die Schnur selbst ist wieder mit Kupferringen, Muscheln, Glascorallen, Tuchlappen in verschiedener Weise geziert. Diese Waffe findet man auch auf Borneo unter den Dajakern, den sogenannten Kopfabschlägern. Mit dieser Waffe können beide Völker, sowohl die Dajaker wie hier die Alfuren und Buginesen ihrem Feinde im Gefechte mit einem Hieb den Kopf vom Rumpfe trennen. Der abgeschlagene Kopf wird dann in der Sonne getrocknet und im Hause des Siegers als Trophäe aufgehängt. Das Ansehen des Bewohners eines Hauses wächst mit der Anzahl der aufgehängten Feindesköpfe."Zitiert aus: Czurda, F. A. J. (1883). Catalog mit Erklärungen der Etnografischen Privatsammlung des Dr. F. A. J. Czurda in Postelberg (Böhmen). (S. 6-7). Wien, Wilhelm Braumüller 

Sammler/in:
František A. J. Czurda (1844 Pisek - 1886 Cirebon) DNB

Objektbezeichnung
Schwert

Kultur
Borneo

Material/Technik:
Eisen, Horn, Draht, Haare
kleines Messer: Eisen, Horn
Scheide: Holz, Bast, Rattan, Stoff, Glasperlen

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Insulares Südostasien

Inv. Nr.
17352

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