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Zeremonielles Schild bzw. Tanzschild

um 1500 | Ambras

Wie eine europäische Kunstkammer der Renaissance versammelt diese Vitrine Objekte aus Materialien, die bei den Azteken hochgeschätzt waren: zum Beispiel Türkis, Jade, Obsidian, Gold und vor allem bunte Federn. Aus der Sicht der Europäer handelte es sich um exotische Materialien. Und tatsächlich stammen die hier ausgestellten Gegenstände aus den europäischen Raritätenkabinetten, unter anderem aus der berühmten Ambraser Kunstkammer von Erzherzog Ferdinand II., dem Landesherrn von Tirol. So etwa das runde Mosaik aus ursprünglich über 22.000 Steinen. Türkise galten in Mesoamerika als besonders wertvoll, da ihre blau-grüne Farbe das Wasser und damit die Fruchtbarkeit symbolisiert. Ähnliches gilt für den lauchgrüne Jadeit, aus dem Sie rechts daneben eine kleine stehende Figur sehen. Sie stammt aus der Olmekenkultur, die etwa zwischen 1500 und 400 vor unserer Zeitrechnung existierte. Zu den typischen Merkmalen gehören die hochpolierte Oberfläche, die hängenden Mundwinkel und der verhältnismäßig große Kopf. Viel wissen wir allerdings nicht über diese faszinierende Figur: Das ist eine männliche Figur, die Bedeutung ist unbekannt. Ähnliche Figuren sind in Opferdepots gefunden worden. Sie haben eine Rolle gespielt in einem zeremoniellen Kontext. Aber wenn man ehrlich ist, ist eigentlich sehr wenig über diese Kultur bekannt. Also man kann fantasieren, aber das ist eigentlich nicht korrekt.

Zeit:
um 1500

Objektbezeichnung
Zeremonielles Schild bzw. Tanzschild

Material/Technik:
Holz, Türkis, Grünstein, Harz

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Nord- und Mittelamerika

Inv. Nr.
43379

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