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Diese großformatige Vase mit Deckel stammt aus Kutani in der Präfektur Ishikawa. Die dreifärbige (Gold, Rot, Schwarz), die gesamte Gefäßoberfläche ausfüllende Bemalung wird aka-e saikō genannt und war von der späten Edo- bis in die mittlere Meiji-Zeit (Mitte des 19. bis frühen 20. Jh.) populär. Die Zeichnung der zahlreichen Eremiten im hohen Alter (jurō), die auf dem Bauch, in einem Kreis auf der Gefäßschulter sowie auf dem Deckel der Vase abgebildet sind, stellt ein glücksverheißendes Motiv dar, das hyakurōshu genannt wird und auf Kutani-Keramiken vor allem aus der Nomi- und Kanazawa-Region häufig zu finden ist. Diese Vase wird jinkō tsubo genannt. Ihre Form geht zwar ursprünglich auf Jingdezhen-Keramiken der Ming-Dynastie (1368–1644) zurück, doch in diesem Fall dienten japanische koimari-kinrande-Keramiken des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts aus Hizen als Vorbild. Zu dieser Zeit wurden zahlreiche koimari-Deckelvasen nach Übersee exportiert und waren in den europäischen Königshäusern und unter dem Hochadel für die Dekoration ihrer Schlösser und Paläste überaus beliebt. Bei dieser Vase handelt es sich also um eine koimari-Deckelvase aus Kutani, die mit einer akae saibyō-Bemalung quasi neu interpretiert wurde. Vor allem in den 1860er und 70er Jahren wurden zahlreiche Vasen dieser Art nach Europa exportiert. (MA)

Sammler/in:
Heinrich von Siebold (1852 St. Martin/Boppard - 1908 Schloss Freudenstein/Bozen) DNB

Material/Technik:
Porzellan

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Ostasien

Inv. Nr.
34706_b

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