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Gemeinhin wird angenommen, dass die Erfindung der Laufgewichtswaage auf das römische Reich oder China zurückgeht und auch in Japan wurden diese bereits seit dem Altertum verwendet. In Japan waren Laufgewichtswaagen vor allem in der Edo-Periode weit verbreitet, da in dieser Zeit die Verwendung von Balkenwaagen ausschließlich Geldwechslern vorbehalten war. Um einen Gegenstand zu wiegen, hält man die Waage an der Halteschnur, hängt das zu wiegende Objekt an den am Ende des Stabes angebrachten Haken, verschiebt das an einer Schnur hängende Ausgleichsgewicht bis sich der Stab in einer waagerechten Position befindet und liest dann die Markierung ab. Durch die Anwendung dieses Prinzips können mit unterschiedlichen Halteschnüren und nur einem leichten Ausgleichsgewicht Gegenstände mit stark variierendem Gewicht gewogen werden. Mit einer Länge von ca. 60 Zentimeter konnte man vermutlich Gegenstände mit einem Gewicht von bis zu 20 Kilogramm wiegen. Diese Waage verfügt zudem über eine Inschrift東京 守谷 (tōkyō moriya), aus der ersichtlich wird, dass sie von der Familie Moriya aus Tōkyō hergestellt wurde. In der Edo-Periode hatten im Osten Japans die Familie Shuzui und im Westen Japans die Familie Jin die Produktion von Laufgewichtswaagen fest in der Hand. Zu Beginn der Meiji-Periode wurde jedoch ein Konzessionssystem für die Herstellung von Waagen eingeführt, wobei in der Auflistung der ersten erteilten Lizenzen der Name Moriya Sadakichi aufscheint. (HKu)


Sammler/in:
Heinrich von Siebold (1852 St. Martin/Boppard - 1908 Schloss Freudenstein/Bozen) DNBarrow_outward
Material/Technik:
Holz, Messing
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Ostasien
Geographie
Ostasien/Japan
Inv. Nr.
33425



















