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Seit Beginn der Edo-Periode in Verwendung, ist die kokyū eines der repräsentativen Musikinstrumente Japans. Bevor mit der aus China stammenden minshingaku Instrumente wie kokin (jīnghú), teikin (yēhú bzw. bǎnhú) oder keikin (èrhú) eingeführt wurden, war sie das einzige Streichinstrument im Land. Ihr Ursprung, zu dem es mehrere Theorien gibt, bleibt ungeklärt. Jedenfalls ist sie um dieselbe Zeit aufgekommen wie die jiuta, die frühesten Musikstücke für die gezupfte Langhalslaute shamisen und die sōkyoku genannte Musik für die Wölbbrettzither koto, und wurde von blinden Musikern gespielt, die in einer eigenen Gilde, der Tōdōza organisiert waren. Oftmals wurden alle drei Instrumente gemeinsam als Ensemble eingesetzt und dann unter der Bezeichnung sankyoku zusammengefasst. So ist ihre Entwicklung eng miteinander verwoben. Die kokyū hat die Form einer kleineren shamisen (Kat.-Nr. 54 34601) und besteht praktisch aus denselben Materialien. Allerdings unterscheidet sie sich von der shamisen dadurch, dass das als nakagosaki bezeichnete untere Ende des Halses, der durch den Korpus hindurchführt, hier viel länger hervortritt. Dies dient dem Drehen des Instruments beim Wechsel des Bogens von einer Saite zur anderen mit dem nakagosaki als Angelpunkt. Die kokyū gibt es in drei- oder viersaitiger Bespannung, wobei die meisten Instrumente mit drei Saiten bespannt sind. Dieses Exemplar jedoch verfügt über vier Saiten. Der außergewöhnlich lange Bogen kann in der Mitte in zwei Teile zerlegt werden, das locker gespannte Bündel Rosshaar ist ebenso abnehmbar. (KH)

Sammler/in:
Heinrich von Siebold (1852 St. Martin/Boppard - 1908 Schloss Freudenstein/Bozen) DNB

Material/Technik:
Holz, Leder

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Ostasien

Geographie
Ostasien/Japan

Inv. Nr.
34600_a

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