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Bei der shakuhachi (Inv.-Nr. 34607) handelt es sich um eine aus Bambus gefertigte Längsflöte ohne Rohrblatt, die in der Nara-Periode (710–794) aus China eingeführt wurde. Der Name der Flöte rührt von ihrer standardmäßigen Länge von 1 shaku 8 (=hachi) sun. Die heute gebräuchliche Form der shakuhachi geht auf jenes Instrument zurück, das buddhistische Bettelmönche der Fuke-Schule in der Edo-Periode mit unter einem tiefen Flechthut verborgenem Gesicht beim Sammeln von Almosen gespielt haben. Ab der Meiji-Periode erfuhr sie dann allgemeine Verbreitung und kam immer öfter auch im Ensemble mit koto und shamisen zum Einsatz. Der obere Teil eines Bambusrohres mit Knoten wird hier schräg abgeschnitten und dient so als Mundstück, während die Bambuswurzel mit ihren dicht beieinanderstehenden Knoten das untere Ende der Flöte (kanjiri) bildet. Nachdem im vorliegenden Fall ein Bambusrohr ohne Biegung verwendet worden ist, dürften wir es mit einem relativ alten Typus von shakuhachi zu tun haben. Das Instrument verfügt über vier Grifflöcher auf der Vorder- und eines auf der Rückseite. Wichtige Stellen sind mit Baumrinde umwickelt (kabamaki) und ebenso wie das Innere der Flöte rot lackiert. Auch die zweite Längsflöte (Inv.-Nr. 34608) kann der abgeschnittenen Form ihres Mundstücks nach als eine Art von shakuhachi gelten, ist aber aus Holz gefertigt und hat sieben Grifflöcher. Des Weiteren sind die Stellen um die Grifflöcher hier vertieft und zwischen den Grifflöchern Streifen aus Baumrinde aufgewickelt. Man weiß zwar von ähnlichen Holzflöten, die in der Meiji-Periode unter dem Namen mokkan gefertigt wurden, historische Beispiele dafür sind aber äußerst selten und bisher so gut wie unbekannt. (KH)

Sammler/in:
Heinrich von Siebold (1852 St. Martin/Boppard - 1908 Schloss Freudenstein/Bozen) DNB

Material/Technik:
Bambus, Rottang

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Ostasien

Geographie
Ostasien/Japan

Inv. Nr.
34607

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