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Beteldose

Ceurupa

Hinweis: Nachfolgender Text stammt aus einem Sammlungskatalog des 19. Jahrhunderts und spiegelt in Sprache und Perspektive teilweise koloniale Denkmuster wider. Wir präsentieren den Text in seiner Originalfassung, um die Sammlungsgeschichte transparent zu machen und eine kritische Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe zu fördern. Bestimmte Begriffe und Formulierungen können heute als problematisch empfunden werden. Ein Forschungsprojekt aus dem Jahr 2009 kam zu dem Schluss, dass die meisten Beschreibungen sachlich korrekt und weiterhin verwendbar sind; lediglich wenige Details erwiesen sich als ungenau oder fehlerhaft. Ergebnisse dieses Projektes wurden in folgendem Bestandskatalog publiziert: khm-wmw-tm-library.on.worldcat.org/oclc/1457155265"141-142. Beteldose.Der Betel "Sirih" ist, wie schon erwähnt, bei allen Eingebornen des indischen Archipels das unentbehrlichste Genussmittel, das ein Jeder ohne Ausnahme, hoch und niedrig, jung und alt, Mann und Frau, gebraucht. Die Betelbüchse, in der die zum Betelkauen bestimmten Ingredienzien bewahrt werden, ist ein steter Begleiter des Eingebornen, gerade so wie die Schnupftabak dose bei einem Schnupfer. Die zum Betel- kauen gehörigen Bestandtheile sind bereits erwähnt. Diese sind: Das Blatt der Betel- pflanze (Piper betel), die gestampfte Pinangnuss, der eingedickte Saft der Pinangpalme (Terra. catechu) und gelöschter Kalk. Der Genuss beim Betelkauen ist wohl allein in dem durch diese Ingredienzien hervorgebrachten Reiz zu suchen, der endlich zur Gewohnheit wird, gerade wie das Rauchen und Schnupfen der Europäer. Der Betel spielt gleich dein Tabak in der Gesellschaft eine Rolle, indem man unter Bekannten einander denselben anbietet, wie bei uns die Cigarren oder eine Prise Tabak. Bei Festen und officiellen Gelegenheiten bildet die Betelbüchse. gleich der indianischen Friedenspfeife, ein Symbol der Freundschaft, der friedlichen Gesinnung, sowohl des Gastes als des Gastherrn. Das erste, was man seinem Gast, der das Haus betritt, anbietet, ist die Betelbüchse. Man hat zwei Sorten derselben, eine kleinere, ähnlich den Schnupftabakdosen, wie es die vorliegende ist, und eine grosse, aus vielen Theilen und Behältnissen bestehend. Die kleine wird meist nur vom geringen Mann im Leibgurt getragen, während die grosse den Fürsten und Vornehmen von Sklaven nachgetragen wird. Letztere ist von Messing oder reich ciselirtem edlen Metall; sie bildet auch beim geringen Mann ein wichtiges Hausmöbel, das jedoch nur im Hause stehen bleibt, bei diesem auch aus Holz in der primitivsten Weise verfertigt sein kann."Zitiert aus: Czurda, F. A. J. (1883). Catalog mit Erklärungen der Etnografischen Privatsammlung des Dr. F. A. J. Czurda in Postelberg (Böhmen). (S. 33-34). Wien, Wilhelm Braumüller

Sammler/in:
František A. J. Czurda (1844 Pisek - 1886 Cirebon) DNB

Objektbezeichnung
Beteldose

Kultur
Aceh

Material/Technik:
Messing; gegossen, ziseliert, punziert

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Insulares Südostasien

Inv. Nr.
18076

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