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Durga

19. Jahrhundert | L. Gstettner

 

In der Mythologie wurde Durga mit dem Vereinigen der Kräfte aller männlichen Götter ins Leben gerufen, um den himmlischen Götterwelt bedrohenden, unbesiegbaren Dämon, Mahisha zu töten. Die unheimlihe, wild brüllende Göttin ist hier als eine aristokratische, kühle Schöneit dargestellt, mit all ihren Waffen, die von den Göttern bekommen hat. Schliesslich schenkte ihr der Himalaya einen Löwen. Dass sie hier auf einem Tiger reitet, beweist, dass sich die Ikonographie der Göttin von westlichen Ursprung mit östlichen, tribal Elementen vermischt hat.

 

Dieses Bild lässt sich gemeinsam mit den Bildern 028710 und 028711 in ein Stilkreis ordnen, der die Traditionen der Miniaturmalerei von West Indien mit den europäischen Konventionen und Techniken vereinigen. Die Einstellungen der Figuren, die sich zu diesem Kreis zu ordnen sind, sind auch von der frühen Fotografie beeinflusst. In Rajasthan hat zwar der sog. Company Stil nicht so viel Raum erobert[1], weil die Rajput Prinzen oft grosszügige Patronen der künstlerische Traditionen waren, Anwendung von Aquarell statt Gouache, Sombre Sepia und Indigoblau, sowie Behandlung der Gesichter zeigen westlichen Einfluss[2]. Die minutiöse Abbildung der Textilen und Schmuckstücke sind aber typisch indisch, und es fehlt die wissenschaftliche, dokumentierende Külheit des Company Stil. Diese Götterbilder sind Vorläufer der gedruckten Poster-Varianten.

 

 

 

 

 

 

 

[1] Archer, M. 1992: Company Painting in Rajasthan, S. 175.

 

 

[2] Schmitz, B. 2002: Advent of Company Painting. S. 126-133.

Zeit:
19. Jahrhundert

Objektbezeichnung
Durga

Kultur
Indien

Material/Technik:
Papier

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Inv. Nr.
28711

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