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Haarkamm
Cisir
Hinweis: Nachfolgender Text stammt aus einem Sammlungskatalog des 19. Jahrhunderts und spiegelt in Sprache und Perspektive teilweise koloniale Denkmuster wider. Wir präsentieren den Text in seiner Originalfassung, um die Sammlungsgeschichte transparent zu machen und eine kritische Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe zu fördern. Bestimmte Begriffe und Formulierungen können heute als problematisch empfunden werden. Ein Forschungsprojekt aus dem Jahr 2009 kam zu dem Schluss, dass die meisten Beschreibungen sachlich korrekt und weiterhin verwendbar sind; lediglich wenige Details erwiesen sich als ungenau oder fehlerhaft. Ergebnisse dieses Projektes wurden in folgendem Bestandskatalog publiziert: khm-wmw-tm-library.on.worldcat.org/oclc/1457155265"677 - 682. Haarkämme - "Cisir"Sechs Stück verschieden geformte Kämme aus Büffelhorn und Holz, wie sie von Männern und Frauen zum Kämmen der Haare gebraucht werden. Die Männer tragen überall im indischen Archipel langes Haar und die Cultur desselben erheischt ebensoviel Zeit und Mühe wie die Pflege der Haare bei den Frauen. Es ist begreiflich, dass bei dem dichten Haarwuchse, wie er bei den Eingebornen allgemein vorkommt, bei der tropischen Wärme und der Länge des stets mit Cocosöl gefetteten Haares, den Parasiten ein angenehmer Aufenthalt geschaffen ist. Die Haare eines jeden Eingebornen, ohne Unterschied von Geschlecht, Alter und Rang, wimmeln auch von den bekannten Hectapoden. Das Läusesuchen ist bei Fürsten und Vornehmen, wie beim ärmsten Manne in gleicher Weise an der Tagesordnung und wird als eine ganz natürliche Verrichtung angesehen, welcher sich Niemand schämt. Man sieht oft ganze Haufen Männer und Frauen am Boden hocken und einander mit Eifer und grosser Aufmerksamkeit in den Haaren herumsuchen. Die Kämme, die auf Süd-Celebes in Gebrauch sind, werden entweder von den Eingebornen selbst verfertigt oder aus Java und China eingeführt."Zitiert aus: Czurda, F. A. J. (1883). Catalog mit Erklärungen der Etnografischen Privatsammlung des Dr. F. A. J. Czurda in Postelberg (Böhmen). (S. 161-162). Wien, Wilhelm Braumüller

Sammler/in:
František A. J. Czurda (1844 Pisek - 1886 Cirebon) DNBarrow_outward
Zugangsdatum:
1883
Objektbezeichnung
Haarkamm
Kultur
Süd-Sulawesi
Material/Technik:
Holz, bemalt
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Insulares Südostasien
Inv. Nr.
17847



















