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Hahnkorb

Tubanq manu

Hinweis: Nachfolgender Text stammt aus einem Sammlungskatalog des 19. Jahrhunderts und spiegelt in Sprache und Perspektive teilweise koloniale Denkmuster wider. Wir präsentieren den Text in seiner Originalfassung, um die Sammlungsgeschichte transparent zu machen und eine kritische Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe zu fördern. Bestimmte Begriffe und Formulierungen können heute als problematisch empfunden werden. Ein Forschungsprojekt aus dem Jahr 2009 kam zu dem Schluss, dass die meisten Beschreibungen sachlich korrekt und weiterhin verwendbar sind; lediglich wenige Details erwiesen sich als ungenau oder fehlerhaft. Ergebnisse dieses Projektes wurden in folgendem Bestandskatalog publiziert: khm-wmw-tm-library.on.worldcat.org/oclc/1457155265"246. Hahnkorb - "Tubanq manu".Ein eigenthümlich geformter cylindrischer Korb aus gleich starken Rohrstäbchen verfertigt, die, aneinander gereiht, an ihren beiden Enden mitsammen durch Rohr vereinigt sind. Dieser Korb hat einen vorderen Theil, eine Art abgestumpften Kegel, ebenfalls aus Rohrstäbchen verfertigt, mit einer kleinen Oeffnung versehen. Der rückwärtige Theil ist mittelst eines Brettchens verschliessbar. Dieser Korb wird verwendet, um in demselben den Kampfhahn, der für das Gefecht bestimmt ist, zu bergen, ihn mittelst desselben auf den Kampfplatz zu tragen. Der Kopf des Hahnes steckt in dem vorderen kegelförmigen Theile, so dass er zu der kleinen Oeffnung herausgeschoben werden kann, während die Schwanzfedern des Thieres am rückwärtigen Theile neben dem Brettchen nach aussen dringen. Der Korb wird mittelst einer Schnur um die Schulter getragen und an Tagen, wo in einem oder dem anderen Dorfe Hahnenkämpfe stattfinden, sieht man von allen Seiten Eingeborne herbeiströmen, die solche Körbe am Rücken tragen, stolz auf den Inhalt und im Bewusstsein des Sieges ihres geliebten Kampfhahnes. Der Korb ist so niedrig, dass das Thier darin ganz zusammengekauert hocken muss und wird es einige Stunden lang in dem Korb getragen, dann verlässt es denselben meist mit steifen Beinen, worauf der Besitzer des Hahnes mit der grössten Sorgfalt und Aengstlichkeit die Beine des Thieres streicht und knetet, dem Thiere liebevolle Worte zuredend, bis es endlich wieder fest auf den Beinen steht, mit den Flügeln schlägt und zu krähen beginnt, was der Besitzer mit grosser Befriedigung und lächelnder Miene aufnimmt."Zitiert aus: Czurda, F. A. J. (1883). Catalog mit Erklärungen der Etnografischen Privatsammlung des Dr. F. A. J. Czurda in Postelberg (Böhmen). (S. 54). Wien, Wilhelm Braumüller 

Sammler/in:
František A. J. Czurda (1844 Pisek - 1886 Cirebon) DNB

Objektbezeichnung
Hahnkorb

Material/Technik:
Bambus, Holz, Baumwolle

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Insulares Südostasien

Inv. Nr.
17498

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