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Krishna und Radha

 

Krishna und Radha sitzen auf der Terrasse seines Palastes unter einem Baldachin. Vor ihnen haben Musikerinnen mit ihren Instrumenten Platz genommen, hinter ihnen steht eine Gruppe Mädchen. Ein aus durchbrochenem weißem Marmor gefertigter Zaun trennt die ungezähmte Natur mit ihren wild wachsenden Bäumen und Sträuchern von der wohlgeordneten Szenerie und scheint so das ungezügelte Verlangen des Liebespaares einzudämmen, das viele ihrer Darstellungen kennzeichnet. Nur wenige Pflanzen fanden wohl gezähmt in Topfen ihren Weg in die Nähe des Paares und verweisen so auf die potentielle Ursprünglichkeit ihrer Liebe, die sie scheinbar nur als Kuhhirten ausleben können. Auch die Frauen hinter dem Paar haben nichts mehr mit den leidenschaftlichen Liebeskapriolen der Hirtenmädchen (gopis) gemein, mit denen der Gott in vielen bildlichen Darstellungen oder in der Bhakti-Literatur sein Liebesspiel treibt. Die in weißem Marmor physisch dargestellte Grenze sozial angepassten Verhaltens bestimmt ihr korrektes Verhalten. Nur eine zarte Anspielung an die ausgelebte erotische Liebe des Paares fand ihren Weg in die Mitte des Bildaufbaues. beide halten weiße Blüten des Kadamba Baumes in Händen, in dessen Schatten sie so oft ihre lustvolle Erfüllung finden.

Sammlung:
Franz Ferdinand von Österreich-Este (1863 Graz - 1914 Sarajevo) DNB

Zeit:
19. Jahrhundert

Objektbezeichnung
Krishna und Radha

Kultur
Indien

Material/Technik:
Miniaturmalerei: Papier, Karton; Farbmittel (Gouache), Versilberung (Zinn, Schlagmetall), Vergoldung

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Inv. Nr.
102397

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