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Krishna als Hirte
um 1900 | Franz Ferdinand von Österreich-Este
Der Flöten spielende Krishna erscheint als achte Inkarnation von Vishnu, der als Gott der Erhaltung über das Erdgeschehen wacht, unter den Menschen. Das zehnte Buch des auf zwölf Bücher aufgeteilten Bhagavata Purana (ca. 9-13. Jahrhundert n.u.Z.), in etwa „Das alte Buch von Gott“ berichtet über die Kindheit und Jugend des Gottes, die Zeit seines Lebens, die er als Kuhhirte im kleinen Dorf Vraja verbrachte. Im Mittelpunkt vieler Episoden steht seine Verführungskraft, mit der er Kuhhirtinnen (gopis) bezirzt. Der üppig wachsende Wald im Hintergrund deutet darauf hin, dass der Gott außerhalb der Grenzen des Dorfes dessen moralische Handlungsnormen hinter sich gelassen hat.
Hier sehen wir ihn inmitten seiner Kuhherde und neben seinem Bruder Balarama mit Dorfbewohnern, die sich glücklich schätzen, ihn leibhaftig zu sehen. Dass dies alles im Wald geschieht verweist auch darauf, dass die Hingabe an Gott nicht an den Tempel gebunden ist. Auch einfache Landbewohner in den Wäldern können in der liebevollen Hinwendung an Gott (bhakti) die Erlösung finden – im rigiden Kastendenken des Hinduismus eine grundlegende Aussage.

Sammlung:
Franz Ferdinand von Österreich-Este (1863 Graz - 1914 Sarajevo) DNBarrow_outward
Zeit:
um 1900
Kultur
Indien
Material/Technik:
Miniaturmalerei: Papier, Karton; Farbmittel, Vergoldung
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Süd-, SO-Asien, Himalaya
Geographie
Südasien/Subkontinent/Indien
Inv. Nr.
102395
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