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Lanze
Basi Baranga
Hinweis: Nachfolgender Text stammt aus einem Sammlungskatalog des 19. Jahrhunderts und spiegelt in Sprache und Perspektive teilweise koloniale Denkmuster wider. Wir präsentieren den Text in seiner Originalfassung, um die Sammlungsgeschichte transparent zu machen und eine kritische Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe zu fördern. Bestimmte Begriffe und Formulierungen können heute als problematisch empfunden werden. Ein Forschungsprojekt aus dem Jahr 2009 kam zu dem Schluss, dass die meisten Beschreibungen sachlich korrekt und weiterhin verwendbar sind; lediglich wenige Details erwiesen sich als ungenau oder fehlerhaft. Ergebnisse dieses Projektes wurden in folgendem Bestandskatalog publiziert: khm-wmw-tm-library.on.worldcat.org/oclc/1457155265"50. Lanze - "Bassi baranga".Der Schaft dieser Lanze ist am unteren Ende, bis zur Höhe eines Meters etwa, mit langen schwarzen Bockhaaren, die spiralförmig übereinander angebunden sind, verziert. Die Haarzierde gibt den Lanzen den Namen "baranga". Diese Lanze ist nur im Besitze von Häuptlingen, Fürsten und Vornehmen, denen sie durch Sklaven stets vorangetragen wird. Im gewöhnlichen Leben ist der Haarschmuck mit einem schwarzen oder rothen [sic!] Cattunüberzug bedeckt. Bei grossen Festen und feierlichen Aufzügen wird die Lanze verkehrt getragen, mit der Spitze nach unten, so dass die am unteren Ende des Schaftes befindlichen langen Bockhaare, von ihrer Hülle befreit zu einem breiten Büschel auseinanderfallen. Im Gefechte wird die Lanze mit der Spitze nach oben, der Haarschmuck ohne Hülle getragen. In Friedenszeit müssen alle Lanzen ihre Spitzen mit Scheiden bedeckt haben. Mit unbedeckter Lanzenspitze bei Jemandem zu erscheinen, wird als die grösste Beleidigung, als Herausforderung zum Kampfe angesehen. Die Spitze der vorliegenden Lanze ist flach, ohne Scheide, der Schaftbeschlag reich ciselirtes [sic!] Silber."Zitiert aus: Czurda, F. A. J. (1883). Catalog mit Erklärungen der Etnografischen Privatsammlung des Dr. F. A. J. Czurda in Postelberg (Böhmen). (S. 8). Wien, Wilhelm Braumüller

Sammler/in:
František A. J. Czurda (1844 Pisek - 1886 Cirebon) DNBarrow_outward
Zugangsdatum:
1883
Objektbezeichnung
Lanze
Kultur
Süd-Sulawesi, Makassar
Material/Technik:
Eisen, Holz, Silber
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Insulares Südostasien
Inv. Nr.
17366_a



















