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Paar Ohrverzierung
Subang
Hinweis: Nachfolgender Text stammt aus einem Sammlungskatalog des 19. Jahrhunderts und spiegelt in Sprache und Perspektive teilweise koloniale Denkmuster wider. Wir präsentieren den Text in seiner Originalfassung, um die Sammlungsgeschichte transparent zu machen und eine kritische Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe zu fördern. Bestimmte Begriffe und Formulierungen können heute als problematisch empfunden werden. Ein Forschungsprojekt aus dem Jahr 2009 kam zu dem Schluss, dass die meisten Beschreibungen sachlich korrekt und weiterhin verwendbar sind; lediglich wenige Details erwiesen sich als ungenau oder fehlerhaft. Ergebnisse dieses Projektes wurden in folgendem Bestandskatalog publiziert: khm-wmw-tm-library.on.worldcat.org/oclc/1457155265"708 - 709. OhrverzierungenZwei Paar ganz eigenthümlich geformte Ohrverzierungen aus Silber verfertigt und von walzenförmiger Gestalt. Diese grossen knopfförnmigen massiven Ohrverzierungen werden ganz in die Ohröffnung gesteckt, welche demnach so gross sein muss, dass sie einen so grossen Körper fassen kann. Die vorliegenden Exemplare sind noch nicht die grössten, man findet auf Sumatra und Borneo scheibenförmige Ohrverzierungen, die die Grösse eines Thalers haben und ebenfalls in die Oeffnung des derartig ausgedehnten Ohrläppchens eingesteckt werden. Um die Oeffnung im Ohrläppchen für diese Gegenstände gehörig weit zu machen, wird in die gewöhnliche Oeffnung, wie sie durch einfaches Durchstecken erzielt wird, ein sehr fein zusammengerohltes elastisches Blatt einer Pflanze gesteckt, das stets federnd wirkend die Oeffnung ausdehnt, so dass schon nach wenigen Wochen ein grösseres derartiges Blatt eingeschoben werden kann, das sich mit viel grösserer Kraft ausdehnt und die Oeffnung erweitert. Diese Procedur wird so lange fortgesetzt, bis man eine Oeffnung erzielt hat, in welche ein derartiger Schmuck eingeführt werden kann. Da jedoch diese Ohrzierraten aus Metall ziemlich schwer sind, so dehnen sie das Ohrläppchen immer mehr und mehr aus, so dass man immer grössere Scheiben oder Walzen einführen muss und schliesslich das ganze Ohrläppchen nur einen äusserst dünnen Hautring bildet, der ohne den Schmuck schlaff am Halse herabhängt."Zitiert aus: Czurda, F. A. J. (1883). Catalog mit Erklärungen der Etnografischen Privatsammlung des Dr. F. A. J. Czurda in Postelberg (Böhmen). (S. 165). Wien, Wilhelm Braumüller

Sammler/in:
František A. J. Czurda (1844 Pisek - 1886 Cirebon) DNBarrow_outward
Zugangsdatum:
1883
Objektbezeichnung
Paar Ohrverzierung
Kultur
West-Java
Material/Technik:
Messing, Schmucksteine
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Insulares Südostasien
Inv. Nr.
18037



















